Aus- und Rückblick: „In der Mühlgewann“ hat neue Bauplätze
08.02.2012 - FRIESENHEIM
Von Lena Fleischer
AUS- UND RÜCKBLICK Es gibt noch Bauplätze „In der Mühlgewann“
„Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Ortsbürgermeister Gehard Held (FWG), wenn er an das Miteinander der Generationen in der Gemeinde denkt. Konkret wurde das beispielsweise im vergangenen Jahr sichtbar, als die Halle gestrichen werden musste, die als Bauhof dient. Dort lagern Rasentraktor und Streugut, Heckenscheren und Schubkarren. Der Ortsbürgermeister rief und Jugendliche kamen, die zu Eimer und Pinsel griffen, um die Halle zu verschönern, nachdem Ratsmitglieder sie verputzt hatten. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagt Held mit Blick auf die Jugendlichen, die den Jugendtreff der Gemeinde selbst organisieren. Da sind Ältere, die bereits volljährig sind, die auf die Jüngeren achtgeben. Gemeinsam spielen sie Billard oder grillen, sie hören Musik und quatschen. Einen eigenen Jugendpfleger kann sich die Gemeinde nicht leisten, hier hofft Held auf Unterstützung von Seiten der Verbandsgemeinde, damit im Friesenheimer Treff noch mehr möglich ist als unter Eigenregie.
Das Baugebiet „In der Mühlgewann“ hat sich entwickelt. Die Fläche wurde ausgewiesen, obwohl die Ortsspitze es gerne als grüne Lunge erhalten hätte, sagt Held. Das vom Kreis beauftragte, mit städtebaulichen Planungsfragen beschäftigte Büro jedoch machte klar, dass es kein neues Baugebiet geben wird, wenn nicht zuerst diese innerörtliche Baulücke geschlossen wird. Auf etwa 5 000 Quadratmetern sind darum zehn Bauplätze entstanden, vier davon sind noch zu verkaufen.
Ärgerlich: Einige Monate, nachdem der neue Spielplatz im Neubaugebiet Friesenheim Süd in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden fertiggestellt worden war, fühlten sich nicht nur Kinder dort wohl, sondern auch Pilze, die im verteilten Rindenmulch sprießten. Darum musste der Platz geschlossen und Rindenmulch gegen Sand getauscht werden. Und weil sie nicht mehr standfest waren, wurden elf Fichten am Friedhof gefällt. Demnächst sollen dort drei Eichen als Ersatz wachsen, außerdem wird eine Ligusterhecke gepflanzt. Was einst ein Feldweg war, gilt nun als Rad- und Wanderweg, der von der L 425 bis zum Abzweig nach Köngernheim und Undenheim führt. Die Umwidmung hat folgendes Resultat: „Der Weg kostet die Gemeinde keine Unterhaltung mehr“, sagt Held. Außerdem mussten vor allem Haupt- und Mühlstraße repariert werden, nachdem sie im Winter Schaden genommen hatten.
Die Unterhaltung der Gemeindehalle ist ein Dauerthema: Im vergangenen Jahr wurde das Parkett gereinigt und geschliffen, dieses Jahr muss der Hang abgestützt, die Außenanlage neu gemacht werden. „Das werden wir in Eigenhilfe machen“, erklärt Held. Dass viele im Ort mit anpacken, wenn etwas zu tun ist, dessen ist er sicher. „Wir wären nicht so weit, wenn wir nicht vieles selber machen würden.“ Wo andere Gemeinden Gewerbesteuer einnehmen, schaut Friesenheim nämlich in die Röhre. Darum ist Held froh, dass beispielsweise der Dorfförderverein und der Basar für die Frau Geld gespendet haben, von dem neue Geräte für den Spielplatz hinter der Halle angeschafft wurden. Auch aus Mitteln der Ehrenamtsförderung flossen Mittel, sodass Schaukel, Rutschturm und Tischtennisplatte nur darauf warten, installiert zu werden. Weiter beschäftigen wird den Ortsbürgermeister auch die Frage nach einer Verkehrsberuhigung in der Gaustraße, und damit keiner der Trauernden im Regen stehen muss, wird die Trauerhalle auf dem Friedhof demnächst überdacht und es werden Bänke zum Ausruhen aufgestellt.

