Als die Kirchen überfüllt waren
10.06.2011 - FRIESENHEIM
Von Lena Fleischer
GOLDENE KONFIRMATION Vor 50 Jahren gab es in Friesenheim zwei Jahrgänge
Überfüllte Kirchen und Wohnzimmer voller Gäste - das war früher bei der Konfirmation gang und gäbe. In Friesenheim wurden vor 50 Jahren sogar zwei Jahrgänge konfirmiert: einer an Ostern und ein Schuljahrgang an Pfingsten. Und so feiern an diesem Wochenende zehn Konfirmanden die goldene Konfirmation und laden die Kirchengemeinde zum Mitfeiern ein.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hatte seinerzeit beschlossen, dass Kinder nicht mehr an Ostern mit 14 Jahren, sondern schon im Alter von 13 Jahren an Pfingsten konfirmiert werden sollten. Hintergrund: Auf diese Weise konnten die Jugendlichen, nachdem sie acht Schuljahre absolviert hatten, jeweils am 1. April mit einer Ausbildung beginnen.
Pfarrer Hahn kickte auch gerne auf dem Schulhof
In Friesenheim waren kleinere Konfirmanden-Jahrgänge die Regel, die gemeinsam mit den Undenheimern den Konfirmandenunterricht besuchten und die Vorstellung meisterten. Die Feier der Konfirmation hingegen war immer in Friesenheim. Und jener Jahrgang 1948, der mit sechs Jungen und drei Mädchen aus der Reihe fiel, wurde in Friesenheim unterrichtet, vorgestellt und konfirmiert.
Das große Fest feierte Pfarrer Friedrich Hahn mit den Jugendlichen, der auch durchaus dafür zu haben war, vor oder nach dem Unterricht mit den Jungs auf dem Schulhof eine Runde zu kicken. Während des Unterrichts jedoch waren die Jungen und Mädchen gefordert: Sie mussten schließlich bei der Vorstellung Psalmen, Lieder, die Zehn Gebote und Teile des Katechismus auswendig vortragen.
An all das wollen sich die Mitglieder der Jahrgänge 1947 und 1948 am kommenden Sonntag erinnern und gemeinsam mit Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Gemeindegliedern feiern. Auch diejenigen, die inzwischen weggezogen sind, sind dazu eingeladen.


