Opfer der Flammen: Hillesheimer Bläserhalle vollständig niedergebrannt
03.01.2011 - HILLESHEIM
Von Jockel Kohlmann
Die Bläserhalle am westlichen Ortsrand wurde in der Neujahrsnacht ein Raub der Flammen und ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Vermutlich hatte eine Silvesterrakete in dem vor knapp 50 Jahren in Holzbauweise errichteten Bau das Feuer ausgelöst. Noch in der Brandnacht hat die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Mehr als sechs Stunden lang hatten 45 Feuerwehrleute gegen das Feuer angekämpft.
Aus Richtung Gau-Odernheim kommende Autofahrer hatten in der Frühe gegen zwei Uhr den riesigen Feuerschein gesehen und sofort die Rettungsdienste verständigt. Beim Eintreffen der Feuerwehren aus Hillesheim, Dolgesheim, Dorn-Dürkheim und Guntersblum stand die Halle nach den Worten von VG-Wehrleiter Rolf Muders bereits im Vollbrand. Die enorme Hitzeentwicklung sorgte dafür, dass schnell auch das Dach der Halle einstürzte. Schnee und Eis behinderten zunächst den ersten Löschangriff, denn es musste zuerst das Eis über den Hydranten losgeschlagen werden.
Dörflicher Dreh- und Angelpunkt
Aus zwei Hydranten wurde das Feuer bekämpft. Auch der Atemschutztrupp war im Einsatz. Durch den Brand geriet auch ein Stromständer in Brand, was kurz danach für Stromausfälle in etlichen Häusern im westlichen Ortsteil sorgte. Vorsorglich war auch das DRK vor Ort, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Bis 8.30 Uhr hatten die Wehren immer wieder Glutnester zu löschen. Mit der Morgendämmerung offenbarte sich den unzähligen Hillesheimern, die zur Brandruine gepilgert waren, dass von dem Gebäude nichts mehr übrig blieb. Bereits in der Nacht hatte Ortsbürgermeister Helmut Schmitt das benachbarte Bürgerhaus geöffnet, um hier die Feuerwehrleute mit Kaffee und Brötchen zu versorgen. Nach Angaben von Schmitt dürfte der Schaden an der Halle geschätzte 50.000 Euro betragen.
Zum 31. Dezember hatte der Bläserchor den Pachtvertrag für die Bläserhalle mit dem Privatbesitzer aufgekündigt, denn mit dem Neubau des Dorfgemeinschaftshauses verfügt die Gemeinde jetzt über entsprechende Räume, um die Bedürfnisse der Vereine zu befriedigen. Der Bläserchor wird seine Übungsstunden ab Januar ohnehin in Don-Dürkheim abhalten. Ab Januar sollte das Gebäude als Lagerhalle für zwei Handwerksbetriebe genutzt werden. Den ganzen Neujahrstag über kamen die Hillesheimer an den Brandort. Ein Bürger, der nicht genannt werden möchte, brachte das große Interesse der Bevölkerung an diesem Brand auf den Punkt: „Diese Halle war der dörfliche Dreh- und Angelpunkt, die Bläserhalle gehört zu Hillesheim wie der Röhrenbrunnen.“

