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Hillesheim 

Fleischereifachverkäuferin folgt frustrierter Frau

31.01.2012 - HILLESHEIM

Von Jockel Kohlmann

HILLESHEIMER NARRENVEREIN Büttenreden und Musik reißen Publikum von den Sitzen

Bei den Hillesheimern ist und bleibt die Fastnacht volkstümlich, da erkennt das Publikum auch den „Ernst der Kampagne“ und strömt scharenweise zum Narrenverein mit seinen über 70 Aktiven in die neue Narrhalla Bürgerhaus.

In lockerem Sprint durchs Fünf-Stunden-Programm

Sitzungspräsidentin Ute Räder führte mit locker-lustigem Sprint durch das Fünf-Stunden-Programm. Die Höhepunkte waren zwar rar, hatten es aber umso geballter in sich. Zuvor vereidigte die Präsidentin die Narrenschar im Saal auf elf närrische Gebote, ehe dann in schicken rot-weißen Gardeuniformen das HNV-Gardeballett die närrische Rostra mit Leben erweckte. Dass Kanzlerin Merkel als „Margreth Thatcher vun de Uckermark“ die Euro-Krise mit Bravour bewältigt und zugleich die Geschehnisse um Christian Wulf „keine Ruhmestat für den ersten Mann im Staat“ darstellen, umriss mit gewohnt spitzer Feder Protokoller Thomas Heigert.

Echte rote Rosen und noch mehr gute Stimmung brachten die „Röhrbrunnensänger“ mit, die in Gestalt von Michael Räder, Philipp Schaad, Annerose Sippel, Friederike Wiegland, Heinfried Eckert und Gerd Decker den ersten Volksaufstand im Saal probten. Ihr elfjähriges Bühnenjubiläum feierte „Fastnachtsprinzessin“ Svenja Heigert, die bei ihrem Fastnachts-Casting gar das Heile-Gänsje rückwärts singen musste. Friederike Wiegland und Gerd Decker lieferten sich ein Zwiegespräch über den Sinn und Unsinn der Fastnacht.

Doch dann kam er, der „Schaade Philipp“, mit einer Menge Ortsgeschehen im Gepäck und nicht minder seltsamen Weisheiten: „Nimmt sich en Hillsemer zum Lache Zeit, is Rosemondag net meh weit.“ Mit geschliffenen Versen glossierte dieses Urgestein der Hillsemer Fastnacht mehr oder weniger prominente Hillesheimer und sparte dabei auch nicht die Prospektverteilerfrau aus, für die mangels weniger zu verteilenden Prospekten nun gelte: „Kreuzfahrt ade und dafür nur noch an den Eicher See.“ Die stehenden Ovationen des Publikums hatte sich Schaad wahrlich verdient.

„Wanninger“ mit den besten Liedbeiträgen des Abends

Nachdem Annerose Sippel als frustrierte Ehefrau ihr Leid geklagt hatte, sorgte die „Gruppe Wanninger“ für die herausragendsten Liedbeiträge des Abends. Dieter Meindls Hymne an die Dorn-Dürkheimer Fleischereifachverkäuferin versetzte den Saal in angenehmes Beben. Die Geschwister Dieter, Klaus, Bernhard und Mandy Meindl genießen in der Ortsfastnacht schon so etwas wie Kultstatus.

Hillesheim hat seinen „Superstar“ der Fastnacht in Gestalt von Dirk Gerhard, der diesmals als „Herr Robert und Kai der Hai“ erneut mit seiner Bauchredner-Darbietung im Nu das Auditorium auf die Stühle brachte.

Zwischendurch sorgten die „Ortstenöre“ unter Leitung von Ellen Feuerlein mit Friedhelm Beutel, Ernst Feuerlein, Oliver Weller, Gerd Decker und Jürgen Decker für Kurzweil, ehe die Ballett-Gruppen „First Generation“ aus Dienheim, „Sensation Step“ aus Hillesheim und natürlich das HNV-Männerballett über die Bretter wirbelten. Lustiges hatten zudem „Dirigent“ Frank Schmitt sowie Weltenbummler Paul Hildebrandt zu erzählen, ehe sich alle beim großen Finale mit den Röhrbrunnensängern vereinigten.

Annerose Sippel klagte als „frustrierte Frau“ über die Schattenseiten des Ehelebens.  	Foto: hbz/Michael Bahr

Annerose Sippel klagte als „frustrierte Frau“ über die Schattenseiten des Ehelebens. Foto: hbz/Michael BahrVergrößern

WER WAR NOCH DABEI?
Närrische Mitstreiter hinter der Bühne waren Dennis Wedell und Paul Keller (Musik und Tontechnik), Stefan Bäsing (Licht) sowie Dirk Böhringer (Organisation).
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