Mehrheit für den Bau eines „Windparks“
09.09.2010 - DORN-DÜRKHEIM
Von Jockel Kohlmann
VERTRAGSENTWURF Dorn-Dürkheimer Rat billigt Großprojekt / Thema auch im nächsten VG-Rat / Bis zu zehn Anlagen?
Der Gemeinderat hat gegen das Votum von Gunter Eller dem Abschluss einer „Solidarpakt-Vereinbarung“ für den Einsatz erneuerbarer Energien zugestimmt. Dahinter verbirgt sich die Verwirklichung des „Windparks Dorn-Dürkheim“ mit bis zu zehn Windrädern. Jedes dieser Windräder soll eine Gesamthöhe von mindestens 175 Metern erreichen. Der Flügelschlag jedes dieser Räder erreicht 80 Meter. In Dorn-Dürkheim könnte somit einer der größten Windparks in Rheinland-Pfalz errichtet werden. Die Windräder in Eimsheim und Wintersheim bringen es auf eine Höhe von 90 Metern. Standort des neuen Windparks wird der auf dem Bergplateau befindliche Gemarkungsteil „Langgewann“ sein im Bereich des „Heiligen Häuschen“, an den Gemarkungsgrenzen nach Alsheim und Heßloch. Ortsbürgermeister Claus-Dieter Biegler (CDU) sagte, wenn man vom Bergplateau aus Richtung Süden blicke, sehe man einen Windpark und deshalb „können auch bei uns Windräder stehen, zumal dieser Gemarkungsbereich touristisch nicht so bedeutend ist“. Ronald Kissinger (WG Blaum-Korb) meinte, „durch die hohen Summen, die fließen, ist auch die Zustimmung zu den Windrädern gewachsen“. Mit den „hohen Summen“ bezog sich Kissinger auf die zu erwartenden Einnahmen der Gemeinde aus dem Windpark. Der vom Rat mehrheitlich gebilligte Vertragsentwurf sieht vor, dass die vertragsbeteiligten Ortsgemeinden, auf deren Gemarkung die Anlage aufgestellt ist, vom Windkraftunternehmen für die Gestattung der Sonderrechte als Nutzungsentgelt 1,5 Prozent der vom Energieversorger jährlich vergüteten Strommenge erhalten, mindestens aber 6 500 Euro pro Windrad und Jahr bei einer Vertragslaufzeit von von 25 Jahren. Bei zehn Windrädern wären das jährlich 65 000 Euro. Für die Gestattung der Sonderrechte (Nutzung der Wirtschaftswege) erhält Dorn-Dürkheim dazu ein einamliges Entgelt von 13 000 Euro je Windrad, was 130 000 Euro entspricht bei zehn Windrädern.
Im Rahmen des „Solidar-Paktes“ sollen auch die restlichen Ortsgemeinden der VG Guntersblum vom Windpark profitieren. Zunächst soll jede Gemeinde einen Grundbetrag von 2 000 Euro im Jahr bekommen, die restliche Summe soll je Einwohner der Ortsgemeinden aufgesplittet werden. Danach bekäme etwa Guntersblum 5 600 Euro, das kleine Wintersheim, das die Windräder direkt vor der Nase hat, nur 490 Euro.
Einzig Gunter Eller (WG Blaum-Korb) votierte gegen das Projekt: „Mir fehlen die Worte, da wird unsere Landschaft ruiniert.“ Für Eller sind die Zahlungen an die Ortsgemeinden so etwas wie Gewerbesteuer, „die man nicht verschenken kann“. Im Gegenzug beteilige ja auch nicht die Gemeinde Guntersblum durch einen Solidar-Pakt die Berggemeinden an ihren Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Keine Gemeinde könne es sich erlauben, Geld zu verschenken.
Vorausgesetzt, der Guntersblumer Verbandsgemeinderat stimmt dem neuen Flächennutzungsplan in seiner Sitzung in der nächsten Woche zu, könnte sofort die Offenlage erfolgen; der Errichtung des neuen Windparks im nächsten Jahr stünde nichts mehr im Weg.

