Telefonzelle soll weg
06.08.2010 - DOLGESHEIM
(jk). Im Streit um den Abbau der einzigen Telefonzelle im Ort will die Telekom nicht nachgeben. Ortsbürgermeister Michael Schreiber hatte von dem Telefonanbieter gefordert, seine Entscheidung zu überdenken. Schreiber kündigte an, dass die Gemeinde ihre Zustimmung zum Abbau der Telefonanlage verweigern werde. Der monatliche Umsatz von zurzeit 25 Euro summiere sich über das Jahr gerechnet auf immerhin 300 Euro für die Telekom. Weiter sei das öffentliche Telefon gerade für die im Ort tätigen Saisonarbeiter eine wichtige Verbindung in das jeweilige Heimatland und somit die einzige Kommunikationsmöglichkeit mit deren Familien. Den von der Telekom angeführten Vandalismus gebe es im Übrigen in Dolgesheim nicht, da die Telefonalage mitten im Ort und somit auch unter ständiger Beobachtung stehe.
Die Telekom will deutschlandweit 10 000 Telefonzellen abbauen. Betroffen sind vor allem solche Anlagen, die zu wenig genutzt würden, heißt es in der Begründung. Es sei einfach wesentlich teurer, die Anlagen zu warten und zu reparieren.
Ortsbürgermeister Schreiber führte in einem Schreiben an die Telekom verschiedene Gründe an, warum das Telefon im Ort bleiben soll. So würde sich etwa die Gemeinde selbst um die Reinigung kümmern. Auch das Gegenangebot der Telekom sei nicht akzeptabel - das Unternehmen wollte einen Basisapparat aufbauen, der nur mit spezieller Telefonkarte funktioniert. Und die Telekom bleibt hart. Beim Abbau der Telefonzellen werde man keine Ausnahmen machen.

