„Auf keinen Fall Zustimmung“
20.07.2010 - DOLGESHEIM
Von Jockel Kohlmann
EINSPARUNG Öffentliche Telefone in Dolgesheim, Hillesheim und Dorn-Dürkheim sollen abgebaut werden
Die öffentlichen Telefonanlagen in Dolgesheim, Hillesheim und Dorn-Dürkheim sollen so schnell wie möglich abgebaut werden. Dies kündigte jetzt das zuständige Darmstädter „Zentrum Mehrwertdienste“ der Telekom den Ortsbürgermeistern der drei betroffenen Gemeinden an. Nach Angaben der Telekom haben zuletzt die monatlichen Einnahmen der öffentlichen Telefonanlagen in Dolgesheim 25, in Dorn-Dürkheim 28 und in Hillesheim 30 Euro betragen. Da nahezu jeder Haushalt über einen Telefonanschluss verfüge und der Ausbau der Mobilfunknetze sowie die preisgünstige Nutzung des Internets das Kommunikationsverhalten der Bürger stark verändert habe, seien die Einnahmen an den öffentlichen Telefonanlagen in den zurückliegenden fünf Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Allein im Jahr 2009 sei gegenüber dem Vorjahr dort der Umsatz um weitere 30 Prozent gesunken, wogegen die Kosten für Reinigung, Entstörung und die Beseitigung von Vandalismusschäden weiter gestiegen seien, führt die Telekom an. Vorsorglich weist der Telefondienstleister darauf hin, dass im Einvernehmen mit den kommunalen Spitzenverbänden und mit Zustimmung der Bundesnetzagentur ein Abbau für bundesweit 10 000 Standorte dieser Telefonanlagen im Zeitraum 2009/10 geplant sei. Die Ortsbürgermeister werden in dem Schreiben der Telekom darum gebeten, bis zum 30. Juli ihre Zustimmung zum Abbau dieser unwirtschaftlichen Telefonstellen zu geben. Zumindest für den Dolgesheimer Ortschef Michael Schreiber (SPD) kommt eine Zustimmung nicht in Frage. Da sich seine beiden Bürgermeister-Kollegen Biegler (Dorn-Dürkheim) und Schmitt (Hillesheim) noch in Urlaub befinden, kennt Schreiber deren Standpunkte noch nicht. Zumindest für Dolgesheim will er aber den Standort der letzten öffentlichen Telefonstelle in der Gaustraße erhalten. In Dolgesheim etwa übernehme die Gemeinde schon seit Jahren die Reinigung der Telefonstelle und von Vandalismus sei ihm auch nichts bekannt. Schreiber erklärte, dass gerade die im Ort tätigen Saisonarbeiter ständig die öffentliche Telefonanlage nutzen und auch Einheimische würden diese Einrichtung in Anspruch nehmen. Deshalb werde er ,,auf keinen Fall einem Abbau zustimmen“. Dass sich die Anlage in Dolgesheim nicht mehr rentiere, könne er nicht nachvollziehen, denn ihm sei bisher nicht bekannt geworden, dass die Telekom in diese Anlage nach der Installation investiert habe.

