Einmal Triathlon reicht nicht
07.08.2010 - WÖRRSTADT/OPPENHEIM
Von Anita Pleic
IRONMAN Wörrstädter Tristan Vinzent trainiert auf Hochtouren für Extrem-Wettbewerb
Das Ziel ist klar gesteckt, Tristan Vinzent, der längst dafür bekannt ist, ein Ironman zu sein, will den Double-Triathlon in den USA mit einer Zeit von 26 Stunden schaffen. Wie er überhaupt auf die Idee kommt, gleich eine doppelte Triathlon-Distanz anzugehen? Die Antwort auf diese Frage liegt in der Schweiz. Genauer gesagt bei Beat Knechtle, der einen Lehrstuhl an der Universität von Zürich hat und als Sportmediziner und Sportler solche Belastungen aus zwei Blickwinkeln betrachtet. „Beat hat mich als Arzt betreut und 2007 fragte er mich, ob ich bei einem Wettkampf seine Begleitperson sein möchte. Und er war es auch, der mich zu diesem Wettkampf angestachelt hat“, sagt der in Wörrstadt lebende und in Oppenheim arbeitende Triathlet lachend.
Gemeinsam trainieren sie mittlerweile auf Hochtouren für die Tour in die Staaten. Einen Tag bevor Vinzent auf seine Strecke geht, wird der Schweizer Beat nämlich den Triple-Triathlon angehen. „Für mich ist das eigentlich ein Zwischenjahr. Denn meine Konzentration richtet sich schon auf nächstes Jahr und den zwanzigfachen Triathlon in Mexico, der etwa einen Monat dauert“, sagt Knechtle, der unter anderem die Weltbestzeit in der fünffachen Ironman-Distanz in Monterey/Mexico geschafft hat. Ganz andere Dimensionen also, in die er auf sportliche Weise eintaucht. Im Moment stehen aber das Training für den Oktober und der Flug nach Amerika auf dem Plan. So richtig angestrengt wirken beide nicht, als sie von ihrem Vorhaben erzählen. Und das, obwohl sie innerhalb einer Woche über 1 000 Kilometer auf dem Rad hinter sich gebracht haben und dabei mehr als 7 000 Höhenmeter bezwungen haben. „Am vergangenen Sonntag haben wir in Mainz den City-Triathlon mitgemacht und sind dann noch 80 Kilometer Rad gefahren. Die Woche über haben wir uns verschiedene Touren ausgesucht, sind unter anderem durch den Hunsrück gefahren und bis ins Saarland und zurück“, fassen beide die Trainingswoche zusammen. Was im Training und im Wettkampf das wichtigste ist? „Ganz klar, das regelmäßige Essen und Trinken. Und man muss ein gleichmäßiges Tempo halten können“, erklärt Tristan.
Sein Freund Beat betrachtet das Ganze auch aus der wissenschaftlichen Perspektive, will unter anderem untersuchen, wie sich der Energiestoffwechsel bei langen Belastungen verhält. Aber auch, wieso bei solch extremen Belastungen zum Beispiel die Füße anschwellen. „Die Frage ist, kann man das irgendwie beeinflussen?“, erklärt der Schweizer. Probanden findet er bei den Wettkämpfen selbst, wie etwa dieses Wochenende am Zürichsee, wenn der in einem Wettkampf durchschwommen wird, auf einer Länge von 27 Kilometern.
Erstmal aber heißt es für beide auch weiter trainieren. Denn das nächste Ziel sind die Wettkämpfe in den Staaten.

