Peter Grosz verlässt Förderverein
13.03.2010 - OPPENHEIM
(sp). Peter Grosz ist nicht mehr Mitglied im Förderverein der Festspiele Oppenheim. In einem Schreiben, das der Allgemeinen Zeitung in Kopie vorliegt, erklärt der Lehrer und Schriftsteller, dessen Vertrag als künstlerischer Leiter der Festspiele 2010 der Oppenheimer Stadtrat Ende Februar aufgelöst hatte, seinen Austritt. Grosz begründet diesen Schritt damit, er wolle "den Verein der Festspiele Oppenheim und seine Mitglieder nicht zu beschädigen". Gleichzeitig bedankt er sich "für das bis dato entgegengebrachte Vertrauen". Der in Nieder-Olm lebende Peter Grosz, der am Oppenheimer Gymnasium unterrichtet, war in die Schlagzeilen geraten, nachdem er gegenüber dieser Zeitung eingestanden hatte, für die Securitate in den 1970er Jahren Mitglieder der "Aktionsgruppe Banat" in Temeswar bespitzelt zu haben.
In seinem Schreiben an den Förderverein heißt es: "Mit meiner Erklärung, die keinesfalls als Reaktion auf die Vorwürfe, die am 20. Februar öffentlich wurden, gelesen werden darf, enthebe ich mich nicht der Schuld, sondern zeige nur auf, wie mit dem Leben von Menschen gespielt wurde in einem unmenschlichen System." Und weiter: "Ich hatte mich bei meiner ersten Begegnung mit einem der nunmehr öffentlich anklagenden Autoren für meine verwerfliche Haltung gegenüber rumäniendeutschen Kollegen entschuldigt, was er nunmehr abstreitet. Und ich entschuldige mich auch bei denen, die von alldem nichts wussten - also bei allen Mitgliedern des Fördervereins der Festspiele."

