Von Mailand inspiriert
23.02.2012 - OPPENHEIM
Von Sonja Werner
JUBILÄUM Vor 35 Jahren eröffnete Robert Krug in Oppenheim seinen ersten Brillenladen
Im November 1976 war es gewesen, dass der junge Robert Krug von einem Studenten in Darmstadt den Tipp bekam, es doch im nahen Oppenheim mit einem Brillenladen zu probieren. Gehört, getan: Bereits im Januar,/Februar 1977 eröffnete der Augenoptikermeister Krug sein erstes eigenes Geschäft in der Mainzer Straße 56. Mit ihm als einzigen Angestellten. „Das hat damals Nachtschichten bedeutet“, blickt Robert Krug auf die Anfänge zurück. Verkauf, Werkstatt - das alles habe er damals alleine gemacht. Das sei natürlich unglaublich viel Arbeit gewesen, „das war die Hölle“, sagt Krug aus heutiger Sicht. Wobei aber auch ein bisschen Stolz mitschwingt, wenn er dann nämlich ergänzt: „Naja, es hat auch Spaß gemacht, den Zuspruch zu haben.“
Ein richtiger Augenoptikermeister in der Stadt - das war damals schon eine Marktlücke gewesen. „Da gab es zu dieser Zeit fast nichts in dieser Richtung“, sagt Krug. Der Bedarf für einen Fachmann war auf jeden Fall da: Nach einem halben Jahr hat Krug bereits seinen ersten Lehrling eingestellt. Seitdem habe sich das dann weiterentwickelt.
Nach ein paar Jahren wurde der Platz in der Mainzer Straße zu eng - und das Geschäft zog weiter in die Friedrich-Ebert-Straße 29, wo es bis heute zu finden ist. Von 80 Quadratmetern auf 300 Quadratmeter ging es damals. Alleine 200 Quadratmeter davon seien heute Verkaufsfläche: „Wir haben außerdem die Werkstatt, zwei Sehtestuntersuchungsräume und einen Kontaklinsenraum“, berichtet Krug weiter. In letzterem könnten Kunden in Ruhe üben, Kontaktlinsen einzusetzen. „Manche üben drei Minuten, andere drei Stunden“, weiß Krug, wie wichtig es ist, hierfür einen Rückzugsort im Geschäft zu haben.
Insgesamt zwölf Personen sind bei Brillen Krug in Oppenheim derzeit beschäftigt: vier Augenoptikermeister sowie sechs Augenoptikergehilfen und zwei Bürokräfte. Und auch über die Nachfolge muss sich Robert Krug (65 Jahre) keine Sorgen machen. Seine Tochter Tanja Krug übernimmt zusammen mit dem technischen Leiter Friedhelm Schmitt mehr und mehr das laufende Geschäft, während sich der Senior-Chef mittlerweile mehr um die Verwaltung kümmert. Trotzdem steht für Robert Krug fest: „Das heißt nicht, dass ich in Rente gehe!“, steckt er weiterhin voller Tatendrang.
Mit dem Standort in der Friedrich-Ebert-Straße ist er zufrieden. 28 Parkplätze im Hinterhof sind ein großer Vorteil - kommt die Kundschaft doch nicht nur aus Oppenheim, sondern aus einem Umkreis, der von Worms über Wörrstadt bis nach Mainz reicht.
Problemlösungen für schwierige Fälle, eine gute Beratung und dabei Preise, die sich vor den Mitbewerbern nicht verstecken müssten, seien das Erfolgsrezept, sagt Krug. Seit ein paar Jahren hat sich das Geschäft zudem auf Hörakustik als weiteres Standbein spezialisiert.
Insgesamt zirka 4700 Brillen hält Krug im Geschäft bereit. Früher seien mal Leute gekommen, die hätten gesagt, ich habe eine bestimmte Brille in Wiesbaden gesehen - aber das haben sie ja sicher nicht, erzählt Krug. „Das lässt man sich natürlich nicht sagen“, meint er und schmunzelt.
Und doch hat Robert Krug schon den einen oder anderen Brillen-Trend kommen und gehen sehen. Die knallbunten Brillen mit extremen Schliffen aus den 80er Jahren wird er dabei am wenigsten vermissen. Aktuell gehe der Trend allerdings wieder in Richtung Hornbrille. Und was es sonst noch Neues gibt? Das wird Krug Mitte März wieder in Mailand erfahren, wo er sich auf der Messe von den neuesten Brillen-Modellen inspirieren lässt.

