Von Andrea Krenz
In ganz Mombach hängen die Bilder: Eine junge Frau, mit wallendem lockigen Haar, modisch schick gekleidet, die mit Augen, die pure Lebensfreude ausstrahlen, in die Kamera blickt. Die Familie der 29 Jahre alten Silke Bund bittet um Hilfe. Erst vor wenigen Wochen hat der Arzt bei einer Schwangerschaftsuntersuchung Leukämie diagnostiziert. Die Geburt ihres zweiten Kindes wurde sofort eingeleitet. Seither wartet die Mutter auf eine Nachricht, dass für sie lebensrettende Stammzellen gefunden wurden.
In einer beispielhaften Aktion haben jetzt die katholische Kindertagesstätte Heilig Geist und die Gemeinde Sankt Nikolaus auf den Hilferuf reagiert. Zusammen mit der Deutschen Knochenmarksspenderdatei (DKMS) haben sie am Samstag eine Registrierungsaktion im Gemeindezentrum am Westring organisiert. 133 Bürger sind dem Aufruf „Werden Sie Lebensretter“gefolgt. „Wir haben einen Parcours aufgebaut, der mit der Datenerfassung beginnt und mit der Einverständniserklärung zur Entnahme von Stammzellen endet“, erläuterte Pastoralreferent Klemens Wittig den Ablauf. Die Typisierung selbst erfolgte dann mittels einer unkomplizierte Speichelentnahme.
"Wie eine neue Geburt"
Noch ist unklar, ob unter den 133 Personen auch ein Spender für Silke Bund zu finden sein wird. Helfen kann jeder einzelne aber in jedem Fall. Denn seine Daten werden in einer weltweiten Datei aufgenommen, in der nach Auskunft von Martina Reiß von der Kita Heilig Geist bereits 30 Millionen Menschen erfasst sind. Passen die Merkmale mit denen des an Leukämie Erkrankten überein, werden die Stammzellen aus dem Blut entnommen. „Wenn jemandem geholfen werden kann, dann ist das wie eine neue Geburt“, so Wittig, der sich tief betroffen von dem Schicksal der Mombacher Mutter zeigte.
Der Dank der Kitaleiterin Elfi Dehos galt auch den Gemeindemitgliedern, die die DKMS mit Kuchenspenden und dem Verkauf von selbstgestrickten Schals unterstützten. „Jede Typisierung kostet 50 Euro. Es ist also wichtig, auch Gelder zu sammeln, damit die Spenderdatei weiter wachsen kann.“ Wie es für Silke Bund weiter geht, ist derzeit noch unklar. Zwei Spender seien laut Martina Reiß „möglicherweise gefunden“, aber mindestens vier sollten es sein. Denn es sei völlig ungewiss, ob der Körper die fremden Stammzellen auch annimmt.

