Mieses Sommerwetter macht dem Mainzer Modehandel zu schaffen
17.07.2012 - MAINZ
Von Neli Mihaylova
„In diesem Sommer haben wir ein richtiges Bewegungserlebnis“, scherzt Ulrike Losereit, Besitzerin der Boutique „Laufsteg“ im Kirschgarten. „Wir müssen ständig die Ständer raus und reinholen, weil es so oft regnet.“
Regen, Sonne, Wind und wieder Regen. In diesem Sommer lässt das gute Wetter auf sich warten. Dies wird für manche Kleidergeschäfte in Mainz zu einem Problem, da sie nicht rechtzeitig ihre Sommerkollektionen loswerden.
„Wir können unsere Sommerwaren einfach nicht verkaufen. Es war nicht am Stück heiß und die Kundinnen sagen, dass sie für den einen warmen Tag zwischendurch kein neues Kleid brauchen“, teilt Elke Hertinger, Mitarbeiterin der Boutique „Daniela Diehl“ am Leichhof ihre Erfahrung mit dem schlechten Wetter mit.
Wirtschaftliche Lage schuld?
Manche Geschäftsbesitzer sind jedoch der Meinung, dass nicht das Wetter, sondern eher die allgemeine wirtschaftliche Lage für die Zurückhaltung der Kunden verantwortlich sei. „Seit Mitte der Osterferien ist es sehr ruhig geworden“, beschreibt Marion Becker, Besitzerin der „Girlande“ ihre Beobachtungen. Mit ihrer Sommerware hat sie aber kein Problem. „Meine Kleider können lagenweise getragen werden“, fügt die Ladenchefin hinzu.
Zusätzliche Nachlässe seien allerdings bis jetzt nicht nötig gewesen – da sind sich die Geschäftsbesitzer einig. „In diesem Jahr haben wir ein bisschen früher angefangen zu reduzieren, aber insgesamt ist es alles nicht schlimmer als in den letzten Jahren“, erklärt Katja Liptay aus dem Laden „Augustiner 45“.
"Zu heiß ist auch nicht so gut"
Für die frühzeitigen Reduzierungen gebe es noch einen Grund. „In diesem Jahr haben die Ferien in Rheinland-Pfalz früher angefangen. Deshalb mussten die Einzelhändler auch früher reduzieren, um überhaupt ihre Sommerwaren loswerden zu können“, erklärt Hanno Scherer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Einzelhandel Rheinland-Pfalz.
„Gutes Wetter ist immer schön, aber zu heiß ist es auch nicht so gut. Dann haben die Leute keine Lust, sich umzuziehen und Sachen anzuprobieren“, meint Heike Heiseler, Leiterin des Ladens „Ono Koon“.
Für die Händler bleibt die Hoffnung, dass der verregnete Sommer bald zu Ende ist. „Nächste Woche soll es ja wärmer werden“, bleibt Petra Möhn aus dem Kleidungsgeschäft „Gabriele“ optimistisch.


