Mainz / Wiesbaden: KMW wird Kohlekraftwerk am Freitag endgültig beerdigen
27.06.2012 - MAINZ / WIESBADEN
Von Michael Erfurth
Am Freitag soll das Projekt Kohlekraftwerk in Mainz endgültig beendet werden. Dann trifft sich die Hauptversammlung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), um den Vorschlag des KMW-Vorstandes zur Aufgabe des Vorhabens zu beschließen. Die Hauptversammlung besteht nur aus zwei Mitgliedern: den Vertretern der Aktionäre Stadtwerke Mainz und ESWE Versorgung. Für die Mainzer Seite ist Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne dabei. Da beide Stadtparlamente mehrfach das Ende des Projekts gefordert haben und auch die Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Helmut Müller (CDU) diese Position teilen, gilt ein entsprechender Beschluss in der Hauptversammlung als sicher.
"Besser spät als nie"
Wie der Mainzer OB Ebling bestätigte, sollen nach dem Beschluss die Genehmigungsunterlagen für den Bau eines Kohlekraftwerke auf der Ingelheimer Aue an die Genehmigungsbehörde zurückgegeben werden. Am Mittwoch wurde der Aufsichtsrat der Stadtwerke Mainz informiert, am Donnerstag tagt der ESWE-Aufsichtsrat.
„Das definitive Ende des Kohlekraftwerks wird nun Schritt für Schritt vollzogen“, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner nach der Aufsichtsratssitzung. Und CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig betonte: „Wir begrüßen, dass die KMW jetzt doch den Bau eines Gas- und Dampf-Kombikraftwerk (GuD) favorisieren und ernsthaft prüfen wollen.“ Bei KMW habe offenbar um Umdenkprozess eingesetzt. „Die Einsicht, dass Mainz ein modernes Gaskraftwerk unbedingt braucht, kommt zwar spät, aber besser spät als nie“, so Schönig und Stadträtin Dr. Andrea Litzenburger.


