Vom Zeitarbeiter zum Stammpersonal
07.02.2012 - MAINZ
SCHOTT Glaskonzern geht neue Wege im Kampf gegen den Fachkräftemangel / „Letzte Chance genutzt“
(eas). Selbst bei großen Unternehmen wie der Mainzer Schott AG macht sich der schleichende Fachkräftemangel verstärkt bemerkbar. Vor allem an der Produktion und ganz speziell am Schichtdienst sei das Interesse von potentiellen Arbeitnehmern nicht so groß wie man das aus anderen Unternehmensbereichen gewohnt sei, sagt Manuel von Vultejus, Leiter der Aus- und Weiterbildung. Mit der beruflichen Weiterbildung dreier ehemaliger Leiharbeiter zu Facharbeitern und deren Übernahme in das Stammpersonal geht der Glaskonzern einen neuen Weg, seinen Personalbedarf auch in weniger populären Bereichen zu decken. Vertreter der Industrie und Handelskammer (IHK) Rheinhessen und der Agentur für Arbeit Mainz betonten den Modellcharakter des Projekts.
Markus Beck, Talip Erdogan und Vitor Manuel Dos Anjos Rodrigues waren bereits während ihrer Anstellung als Zeitarbeiter als besonders kompetent aufgefallen. Für eine Übernahme in das Stammpersonal der Schott AG fehlte ihnen aber die notwendige Fachqualifikation. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, der IHK, der Fortbildungsakademie der Wirtschaft und der Industrie-Lehrwerkstatt ist es gelungen, den drei ehemaligen Zeitarbeitern eine anerkannte Weiterbildung in nur neun Monaten zu ermöglichen. „Das war meine letzte Chance. Die habe ich genutzt“, sagte Dos Anjos Rodrigues. „Es hat schon Spaß gemacht, wieder etwas zu lernen“, sagt Markus Beck. Beck gehört laut Andreas Fels von der IHK zu den besten Absolventen seines Ausbildungsjahrgangs. Jürgen Czupalla, der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Mainz, unterstrich die Bedeutung der beruflichen Fortbildung gerade von älteren Arbeitnehmern.

