Planung wird als Affront verstanden
02.09.2010 - SÖRGENLOCH
Von Margit Dörr
WINDRÄDER Sörgenlocher Rat spricht sich gegen Vorhaben der VG Wörrstadt aus / Streitpunkt Vogelroute
In der Sitzung des Gemeinderates waren die Windräder, die die VG Wörrstadt an der Gemarkungsgrenze zur VG Nieder-Olm hin errichten möchte, ein Thema (die AZ berichtete). Einstimmig lehnte der Rat den Standort ab. Ortsbürgermeister Dr. Frieder März (FWG) betonte: „Wir sind nicht gegen Windkraft, wir sind gegen den Standort. Wir als Sörgenlocher müssten das voll ausbaden. Die Planung wird von uns als Affront empfunden.“ Zwei Gründe sprächen gegen den Standort: die Nähe zum Landschaftsschutzgebiet („März: „Wir kämpfen um jeden Baum, da haben solche Stahlkolosse nichts verloren“) und die Vogelflugroute. Nach dem Plan aus Wörrstadt, der bei den Sörgenlochern Verwunderung hervorruft, fliegen die Vögel bei Sörgenloch nicht geradeaus weiter, sondern biegen ab. März ist sicher, dass sich eine Bürgerinitiative gründen wird, die sich gegen sich das Bauvorhaben einsetzt.
Im Zuge der Renaturierung der Selz gab es Überlegungen, den Weg rechts des Baches als Fußweg auszubauen und eine Furt durch den Bach anzulegen. Letztere wäre nötig besonders für landwirtschaftliche Fahrzeuge, da die Brücke bei der Darmstädter Mühle auf Dauer unter den schweren Fahrzeugen leide. Allerdings sei die Querung über eine Furt für Fußgänger nicht unproblematisch. Auch hatte die Gemeinde Bedenken, für die Unterhaltspflicht selbst sorgen zu müssen. Nun konnte März mitteilen, dass der Fußweg gebaut werden könnte, sodass die Spaziergänger nicht unbedingt die andere Selzseite nutzen müssten. Zudem habe Landrat Schick zugesichert, dass der Selzverband für die Furt zuständig sei. So stimmte der Rat mehrheitlich der Errichtung der Furt zu.
Ein Antrag der GAL-Fraktion, eine geführte Begehung des renaturierten Gebietes an der Selz für interessierte Bürger durchzuführen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Ein Thema im Rat ist immer wieder die nächtliche Lärmbelästigung durch Nutzer der Grillhalle. Es wurde eine neue Benutzungsordnung beschlossen: Feste dürfen nur bis 24 Uhr dort gefeiert werden, wobei ab 22 Uhr Zimmerlautstärke einzuhalten ist. Ab 0.30 Uhr wird der Strom bis auf eine Notbeleuchtung abgeschaltet. Weiterhin wird zusätzlich zur Kaution für die Reinigung (100 Euro) eine „Lärmkaution“ (200 Euro) den Mietern abverlangt. Seitens der Ratsmitglieder gab es Bedenken, dass dadurch das Interesse an der Nutzung nachlässt und damit weniger Einnahmen durch die Vermietung zu verzeichnen seien. Bürgermeister Dr. März ist die Ansicht, dass der „Schaden“, der durch die Verärgerung der Bürger hervorgerufen wird, nicht im Verhältnis zum finanziellen Gewinn steht. März teilte weiterhin mit, dass die Winterschäden in den Straßen behoben seien. In den Kosten in Höhe von 26 000 Euro ist auch die Suche nach der Ursache und Behebung der Risse im Bleidesheimer Weg enthalten.
Als neues Ratsmitglied hatte der Ortsbürgermeister Michael Groß (SPD) verpflichtet. Er rückt für Ulrike Biglari (SPD) nach, die aus persönlichen Gründen nach 16 Jahren aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist.

