„Mir lebe sie weiter“
07.02.2012 - SÖRGENLOCH
Von Jürgen Strickstrock
BÜTTENABEND Sörgenlocher feiern in abgespeckter Form gelungene Sitzung
Der Carneval-Verein 1948 (SCV) veranstaltete erstmals einen „Büttenabend“ im Vereinshaus. Es war die abgespeckte Form der großen Kostümsitzung. Mit perfekter Technik ließen Joachim Hambach und Tim Gsimbl das Fehlen einer Band verschmerzen und sorgten für den musikalischen Rahmen mit Tuschs und „Uijuijuis“. Durch das Ausscheiden von zwei Vorstandsmitgliedern gab es einen Umbruch.
Protokoller begrüßt in eigener Sache
Protokoller Werner Lüdgen reimte dazu: „Hier nun noch was in eigener Sache, am Anfang war uns gar net zum Lache; nun ja es war uns halt eher zum Flenne, dass sich zwei von unserem Vorstand trenne.“ Im Vergleich zu anderen Orten habe der SCV es geschafft, trotz der Krise weiterzumachen, „nur annerst“: „Mir lebe sie weiter, die Seelocher Fassenacht.“ Zusammen mit Steffi Borg (Frau des SCV-Präsidenten Udo Borg) führt Lüdgen durch das Programm. Im Protokoll spießt er Ereignisse der großen Politik wie des Dorfgeschehens auf, eben das, „was uns ärgert, worüber man lacht“. Er nimmt Wulff, Merkel, Guttenberg und die „getarnten Trojaner“ aufs Korn und meint, es sei kein „Wunner, dass es mit Deutschland die Bach geht enunner“. Im alten Gewölbekeller „zwische Rathaus und Schlossdor“ entstehe die neue Ortsbücherei, aber auch die Ortsvereine brauchten Lagerplatz, mahnt er. Als weitere Anliegen im Ort benennt er die Parkplatzsituation, eine Einbruchserie und die Umwandlung des Sportplatzes, nachdem der TuS wegen Nachwuchsmangels seine Fußballabteilung aufgelöst hat.
Auch Beziehungsprobleme gibt es reichlich. Einige davon werden in der Bütt zum Besten gegeben. Obwohl das „späte Mädchen“ (Isolde Sieben) „vor Leidenschaft erbebt“, gelingt es ihr nicht, einen passenden Mann zu finden. So trägt sie weiterhin einen riesigen, grünen Rettungsring um den Hals. Zwei „gestresste Teenager“ (Sophie Hambach und Vanessa Borg) haben Probleme, weil ihre Eltern auf die 45 zugehen. Aber die Teenies wissen: „Fürs Lachen ist es nie zu spät, selbst wenn man auf die 100 geht.“ Zwei Frauen (Claudia Groß-Schmahl und Stefanie Lüdgen) offenbaren in einem Zwiegespräch ihre Lebensauffassungen: Der Putzteufel mit Lockenwicklern hält alles in Schuss, während für die Schlampe mit Schlafmütze die Arbeit „in weiter Ferne liegt“.
Das Programm wird fast ausschließlich von SCV-Aktiven bestritten. Die Secco Sisters in ihren knallbunten Kostümen begeistern unter Leitung von Simone Uhrig das Publikum mit ihrem Ballett „Wein, Weib und Gesang“ ebenso wie die von Catrin Klug geführten uniformierten Tänzerinnen und Tänzer der „BIB und CoKG“-Formation mit ihrem Fliegerballett „Über den Wolken“. Als Meister der Verdrehung“ aber Anwalt der Fassenacht outet sich „Rechtsanwalt“ Jürgen Haupt. Besondere Lacherfolge hat die naive „Ersatz-Weinkönigin“ Steffi Borg, die von nichts Ahnung hat und Fremdwörter urkomisch verdreht. Einen mitreißenden musikalischen Schlusspunkt setzt das SCV Sextett, von Werner Lüdgen mit Gitarre geführt, mit einem Lieder-Potpourri.

