"Ich empfinde das als Qual" - Ober-Olmer Fluglärm-Gegnerin Hannelore Feicht im Interview
27.01.2012 - OBER-OLM
Die Fluglärmgegner formieren sich – auch in Ober-Olm. Ein erster Stammtisch findet am Mittwoch, 1. Februar, 19 Uhr, statt. Einzelheiten erläutert Mitinitiatorin Hannelore Feicht (65).
Viele Menschen klagen über den Fluglärm nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn in Frankfurt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Es gibt mehr Flugbewegungen, die Flugzeuge fliegen niedriger und sind unverschämt laut. Ich empfinde das als Qual, an Yoga und Meditation ist nicht zu denken. Die Lebensqualität hat abgenommen. Im Sommer konnte ich mich kaum im Garten aufhalten. Und bevor das vorübergehende Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr verhängt worden ist, konnte ich kaum schlafen. Ich war am Morgen unausgeschlafen, fühlte mich wie ein Zombie.
In Ober-Olm trifft sich am 1. Februar erstmals ein Stammtisch der Fluglärmgegner in der Gaststätte „El Greco“ (Grabenstraße/Lannerstraße). Was sind die Ziele?
Wir wollen die Kräfte bündeln, Erfahrungen austauschen und besprechen, was wir gemeinsam unternehmen können. Wichtige Ziele sind ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr – da setze ich auf das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig – sowie die Reduzierung der Flugbewegungen. Warum müssen so viele Menschen in Frankfurt umsteigen? Und das Fliegen ist auch zu billig.
Mit 65 gehen Sie auch demonstrieren.
Ja, ich beteilige mich an den Montagsdemos am Flughafen. Wir bilden Fahrgemeinschaften, ich habe zwei Protestplakate dabei. Ich habe bislang lediglich Anfang der 80er Jahre gegen Atomkraft demonstriert. Das war frustrierend, denn es hat sich lange nichts getan. Aber wenn wir heute am Ball bleiben, bin ich sicher, dass wir auch etwas erreichen.
Das Gespräch führteDieter Oberhollenzer


????
Sehr geehrte Frau Feicht,
bevor sie sich öffentlich mit solchen Argumenten wie 'die Flugzeuge fliegen niedriger' zu Wort melden, infomieren sie sich doch bitte erst mal über die technischen Vorraussetzungen. Damit meine ich, das sich Luftfahrzeuge über Ober-Olm auf der Anfluggrundlinie des Instrumenten-Lande-Systems (ILS) befinden und somit sowohl lateral wie auch horizontal diesem Leitstrahl folgen. Und somit sind die Luftfahrzeuge somit auch über Ober-Olm alle gleich hoch. Auch das sich die Geräuschbelastung in Ober-Olm durch die neue Landebahn direkt erhöt hätte ist völlig aus der Luft gegriffen, da die Anfluggrundlinie der Nordbahn nördlich von Ober-Olm liegt.
Mit freundlichen Grüßen
Jens Siegel