Studien zur Wirkung von Farben
02.09.2010 - NIEDER-OLM
AUSSTELLUNG Vera Zahnhausen präsentiert „Junge Kunst“ im Nieder-Olmer Rathaus
(mr). Im Rathaus in Nieder-Olm wird seit 15 Jahren einmal jährlich „Junge Kunst“ in Kooperation mit dem Essenheimer Kunstverein präsentiert. Zurzeit stellt die in Koblenz lebende Künstlerin Vera Zahnhausen ihre Werke unter dem Thema „Zauberberg“ aus. Vera Zahnhausens Metier ist die Farbe, das heißt, sie ist ausschließlich Malerin.
Betritt man den Ratssaal, fallen auf der gegenüberliegenden Seite zwei großformatige „Wolkenbilder“ ins Auge. „Der ‚Himmel’ ist weich gemalt“, erklärte sie. Im Vordergrund sind die zackigen Spitzen hoher Berge zu sehen, die näher betrachtet aber grobe Pinselstriche sind. Für Zahnhausen ist Malerei eine Art Untersuchung, eine Untersuchung von Farbwirkungen, vom Verhältnis von Vordergrund zu Hintergrund. Diese Herausforderung wird an diesen Bildern deutlich. Auch die Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, an der sie sich mit ihren Bildern gerne bewegt, wird hier wahrnehmbar.
Ihre Mentorin Cornelia Rößler, die die Laudatio bei der Vernissage hielt, sprach von dem fast wissenschaftlichen Vorgehen beim Malen. Andererseits wies sie auf das Magische hin, das den Bildern eigen ist. „Die Motive sind abstrakt und doch realistisch. Man sieht immer etwas anderes.“
Inspirieren lässt sich die 1969 in Boppard am Rhein geborene Malerin von Zeichnungen oder Fotografien. „Manchmal habe ich einen Grundgedanken im Kopf, der sich beim Malvorgang verändern kann“, erklärte sie ihre Art und Weise zu arbeiten. An manchen Bildern arbeite sie ein ganzes Jahr nicht, dann hole sie sie wieder vor. Und es könne passieren, dass ihr ein Werk „hoffnungslos hinüber“ erscheine und mit ein paar Pinselstrichen werde es „wunderbar“. Ihre Bilder sind mit Ölfarben gemalt, aber den Hintergrund lasiert sie oft mehrfach mit schnell trocknender Acrylfarbe oder Eitempera. Letzteres löst sich beim erneuten Übermalen ein wenig, sodass ein durchscheinender Effekt entsteht. Diese geheimnisvolle Wirkung ist in dem Bild „Badstube“ zu entdecken.
Auch ihre Landschaftsbilder tragen diese geheimnisvollen Spuren in sich. Ein Quader in einer grünen Landschaft - Hochsitz, Industriegelände, Kampf der Natur gegen den Menschen? In einem anderen Landschaftsbild fällt eine Treppe auf. „Das Offene finde ich reizvoll“, sagt die Künstlerin zu den Vermutungen des Betrachters.
Vera Zahnhausen, die zunächst in Koblenz Kunstwissenschaft studiert und erst später Malerei studiert hat, lebt in Koblenz und hat ihr Atelier in einer Villa in Winningen. Sie freut sich, dass sie als Mentee von Cornelia Rößler an dem Mentoren-Programm für Bildende Künstlerinnen des Landes Rheinland-Pfalz teilnehmen darf.

