Von Carola Krug-Haselbach
AKTION Tagwerk Selztalschüler unterstützen „Dein Tag für Afrika“
Innocent (20) und Henry (19) lassen die Sohlen ihrer Gummistiefel auf dem Boden des Speisesaals in der Nieder-Olmer Selztalschule ordentlich knallen. In diesem Fall hat Lehrerin Christiane Allmann nichts dagegen: Erstens führen die jungen Männer den „Gumboot-Dance“ auf und zweitens sind sie Gäste. Gemeinsam mit Jakob und Kerstin von „Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika“ berichten sie aus ihrer Heimat Südafrika. Themenfelder wie „Wohnen“, „Arbeit“, „Armut“ und „Kriminalität“ geben den 30 Schülerinnen und Schülern der Sonderschule für Lernbehinderte einen Einblick in den Alltag südafrikanischer Altersgenossen. Für viele Kinder dort ist der Besuch der Schule die einzige Hoffnung auf eine Chance, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen, erklärt Kerstin. Deswegen gingen sie gerne in die Schule. Eine Äußerung, die ungläubiges Staunen bei den Selztalschülern sowie einen leicht sehnsüchtigen Blick in den Augen der Direktorin Dorothe Berens hervor ruft. Ein Hauptziel dieses Tages an der Selztalschule ist also schon mal erreicht: Interesse wecken für die „Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika“, dieses Jahr am 22. Juni stattfindend.
Wie Christiane Allmann berichtet, macht die Selztalschule schon seit 2004 bei der „Aktion Tagwerk“ mit. „Für unsere Schüler, die in gewisser Weise auch etwas am Rand stehen, ist es eine besonders wichtige Erfahrung zu sehen, dass sie etwas bewirken können“, so die Lehrerin. Die Sieben-, Acht-, und Neuntklässler folgen begeistert den Mitmachspielen und Sprechgesängen der Schwarzafrikaner und so mancher junger Nieder-Olmer entdeckt in sich den Beat. Gut möglich, dass demnächst im Sportunterricht der Selztalschule jener „Diski-Dance“, den die südafrikanischen Scouts zum Besten gegeben haben, einstudiert wird.
Ideen und Eifer der Schüler sind seit Jahren ungebrochen; einige von ihnen machen schon zum dritten Mal mit. Kinder, die über 13 Jahre alt sind, arbeiteten mit einem Vertrag, erklärt Christiane Allmann. „Ich freue mich, dass ich anderen, denen es nicht so gut geht wie mir, helfen kann“, sagt der 15-jährige Israfil. Er hat „seinen“ Tag für Afrika in diesem Jahr sogar vorgezogen und den Lohn, den er beim Nieder-Olmer Unternehmen „Elektro Sieben“ erhalten hat, bereits an die „Aktion Tagwerk“ gespendet.

