VG Nieder-Olm will eigenes Windrad kaufen
27.01.2012 - VG NIEDER-OLM
Von Dieter Oberhollenzer
Zwischen Klein-Winternheim und Mainz werden sich demnächst 14 bis 18 Windräder drehen. Die Planungen auf der Klein-Winternheimer Teilfläche des Vorranggebiets werden von der Verbandsgemeinde Nieder-Olm vorangetrieben; die VG will sogar ein eigenes Windrad kaufen, die Ortsgemeinde Klein-Winternheim denkt über eine Bürger-Windkraftanlage nach. In der Stadt Mainz wird dagegen noch über die genaue Abgrenzung ihres Gebietes und die Standorte der Windräder diskutiert.
Mindestabstand kann eingehalten werden
Die Verbandsgemeinde orientiert sich, wie bereits 2010 grundsätzlich im VG-Rat beschlossen, bei der aktuellen Fortschreibung des eigenen Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ an den Vorgaben der Planungsgemeinschaft für die Region Rheinhessen-Nahe. Diese sehen ein 185 Hektar umfassendes gemeinsames Vorranggebiet für die Errichtung von Windkraftanlagen auf der Mainzer (60 Prozent) und Klein-Winternheimer Gemarkung (40 Prozent) vor.
In Absprache mit der Regionalplanung will die VG Nieder-Olm lediglich eine zehn Hektar große Gebietserweiterung im Süden festschreiben. Der von Klein-Winternheim gewünschte Mindestabstand von 1 000 Metern zwischen Windrädern und der Wohnbebauung kann eingehalten werden. Berücksichtigt wird allerdings nicht, wie ursprünglich geplant, ein rund sieben Hektar großes späteres Neubaugebiet im Nordosten. „Die Ortsgemeinde kann für den nächsten Flächennutzungsplan höchstens mit der Hälfte dieser Fläche rechnen. Bei einer Größe von 3,5 Hektar kann dann der Abstand von 1 000 Metern eingehalten werden“, versichert der VG-Beigeordnete Erwin Malkmus (FWG). Einigkeit herrscht auch darüber, die Höhenbegrenzung für Windräder, die noch bei 150 Metern liegt, aufzuheben. Die modernen Anlagen sind zwischen 200 und 230 Meter hoch.
Nach ersten Planungen können auf der Klein-Winternheimer Teilfläche des Vorranggebiets, wo sich schon zwei Windräder drehen, vier weitere Windräder gebaut werden. Die Firma Juwi hat sich die Grundstücke durch Vorverträge gesichert. Mit Baubeginn wird frühestens Ende 2012 gerechnet. Und: Auf Mainzer Gemarkung befinden sich drei Windräder. Erwin Malkmus geht davon aus, dass dort sechs oder sieben neue Anlagen errichtet werden. Also unter dem Strich werden zwischen Mainz und Klein-Winternheim bald 16 Windräder stehen. Eine von der VG initiierte Kooperation bei der Aufteilung der Gewerbesteuer ist gescheitert.
Die VG will in der Ratssitzung am 9. Februar über die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes beraten. Bürgermeister Ralph Spiegler (SPD) kann sich in diesem Zusammenhang auch vorstellen, dass die VG mit ihren acht Ortsgemeinden selbst ein Windrad kauft und betreibt. Die Kosten belaufen sich auf 3,5 bis 5 Millionen Euro: „Von Juwi liegen schon Angebote vor.“
Darüber hinaus gibt es in Klein-Winternheim Überlegungen, mit einem Bürger-Windkraftrad die Bevölkerung einzubeziehen. Ortsbürgermeisterin Ute Granold (CDU) vor den Beratungen: „Das kann als Genossenschaft oder als GmbH geschehen.“
„Gegen Verspargelung der Landschaft“
Bürgermeister Spiegler fasst die Stimmung so zusammen: „Wir können das Vorranggebiet nicht verhindern, nur ordnen und damit eine Verspargelung der Landschaft verhindern. Durch verschiedene Maßnahmen, dazu gehört der Ankauf von Windrädern, können wir die Akzeptanz in der Bevölkerung aber steigern.“


Danke Frau Granold
Danke Frau Granold!
Nachdem sie erfolgreich den Fluglärm verhindert und den Autobahnlärm gegen null geschraubt haben, lassen sie sich zum wiederholten male über den Tisch ziehen.
Finden sie nicht, dass es endlich reicht?
Wir können jetzt schon kaum schlafen, tagsüber die Flugzeuge und nachts das gewummere der Windräder.
Aber bestimmt wird es leiser wenn man sie noch näher an die Wohnhäuser baut, noch höher macht und die Anzahl verdreifacht!