Von Paul Geiß
PAUL-BAUMANN-STERNWARTE Klein-Winternheimer Einrichtung besteht seit 25 Jahren
Seit genau 25 Jahren steht sie auf der Klein-Winternheimer Höhe, die Paul-Baumann-Sternwarte mit dem großen überdachten Teleskop. Hinweisschilder weisen inzwischen den Weg von der Autobahnabfahrt und dem Kreisel vor Klein-Winternheim.
Im Sommer 1984 fanden sich begeisterte Pioniere der Astronomie zusammen, um das große Werk einer eigenen Vereinssternwarte zu beginnen und dann im Oktober der Öffentlichkeit vorzustellen, zur Volksbildung beizutragen und auch eigene wissenschaftliche Entdeckungen zu machen.
Es war der Initiative von Alfons Gabel, Dr. Peter Sattelberger, Emil Pallos, Gerhard Bär und dem damaligen Vorsitzenden der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (AAG) Mainz und Umgebung, Paul Baumann, zu verdanken, dass die Sternwarte unter großen Schwierigkeiten gebaut und in Dienst gestellt werden konnte. Die Ortsgemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung, die Astro-Hütte und das Teleskop mussten von den Vereinsmitgliedern aufgebaut werden. Einige der noch lebenden Pioniere, Emil Pallos und Gerhard Bär, waren bei der Jubiläumsfeier anwesend und konnten authentisch berichten, mit welchen Schwierigkeiten in der Bauphase gekämpft werden musste.
In seiner Ansprache beschrieb der jetzige Vorsitzende der AAG Mainz, Jörg Schuster, die Anfangszeit und die jetzigen Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft: Astronomische Kenntnisse breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen und die Wunder des Universums hautnah erleben zu lassen. So erreichen die Besucherzahlen an sommerlichen Beobachtungsabenden und -nächten doch stattliche Größenordnungen und die Experten der AAG können die Nachfrage kaum befriedigen.
An manchen Abenden harren interessierte Besucher bei frostigen Temperaturen, aber klarer Sicht stundenlang aus, um den Himmel nach Deep-Sky-Objekten, Nebeln, Kugelsternhaufen und Doppelsternen abzusuchen, dazu ist der März der geeignete Monat. Vereinsmitglieder unter der Leitung des Beauftragten für die Paul-Baumann-Sternwarte, Michael Göller, berichten von unerwarteten Einblicken in das Universum bei minus 5 Grad. Das so genannte Messier-Marathon bis zum Morgengrauen stellt hohe Anforderungen an die physische Durchhaltekraft in den kalten Nächten.
Ortsbürgermeisterin Ute Granold drückte ihren Stolz darüber aus, dass Klein-Winternheim eine solche Attraktion wie die Paul-Baumann-Sternwarte zu bieten habe und beglückwünschte die Mitglieder der AAG Mainz und Umgebung zu ihrem Engagement für Volksbildung und Wissenschaft. Die Gemeinde wolle sich für eine bauliche Erweiterung des Geländes im Rahmen der Ehrenamtsförderung des Kreises Mainz-Bingen einsetzen, um Stromversorgung und die dringend benötigte Aufwärmhütte für kalte Nächte errichten zu können. In dieser Hütte könnten dann auch ortsnah Vorträge für Besucher angeboten werden, die gleich durch eigene Beobachtungen unterstützt werden. Bis dahin könne auch das Rathaus mit seinen Räumlichkeiten genutzt werden.
Bei Weihnachtskeksen und heißem Apfelsaft konnte die kleine Feier an dem kalten Abend draußen auf der Klein Winternheimer Höhe fortgesetzt werden. Inzwischen hatte Michael Göller am Teleskop auch den Jupiter mit seinen Monden im Visier und konnte den zahlreichen Besuchern eine Sonnenfinsternis zeigen mit dem deutlich sichtbaren Mondschatten des Mondes Ganymed auf dem Jupiter. Sterne haben ja in der Weihnachtszeit eine besondere Bedeutung und erfüllen die Beobachter immer wieder mit Staunen und Bewunderung.

