HISTORISCHES HEIDESHEIM Wissen von Zeitzeugen soll umfassend genutzt werden/Vielfältige Aktionen geplant
(red). Seit vergangenem Freitag hat Heidesheim einen eigenen Geschichtsverein, der einen "Bilderbuchstart" hatte. Das Interesse war so stark, dass der Saal im alten Rathaus wegen des starken Zuspruchs nicht ausreichte und die Versammlung in den Ratssaal der Verbandsgemeinde wechselte.
Für die Initiatoren erläuterte Walter Schleuß die Notwendigkeit eines historischen Vereins in Heidesheim, skizzierte seine Ziele und erläuterte inhaltliche Grundzüge der geplanten Arbeit: "`Historisches Heidesheim` sieht sich in der Verantwortung, die markanten Spuren, die eine 2000-jährige Geschichte in der Kulturlandschaft zwischen Bingen und Mainz auch in Heidesheim hinterlassen hat, verstärkt zu erforschen und zu erhalten." Die enge Kooperation mit anderen historischen Vereinen der Region sei eine Voraussetzung für eine effektive Arbeit, "da viele Themen den Rahmen einer einzelnen Gemeinde sprengen".
Zwei Beispiele wurden an diesem Abend besonders heraus gestellt: "Wie die römischen Spuren vor Ort ohne die Verbindung zum römischen Mainz nicht zu verstehen sind, hat der Wasserreichtum der Gemarkung nicht nur die Entwicklung von Heidesheim maßgeblich beeinflusst. Von hier wurden auch die Legionen auf dem Kästrich versorgt oder später die Kaiserpfalz in Ingelheim."
"Historisches Heidesheim" will Abschnitte der Geschichte, die wie die Zeit des Nationalsozialismus bisher weitgehend ausgespart blieben, bewusst angehen und mit der bundesweiten Aktion "Stolpersteine" erste Zeichen setzen, um den Opfern Namen und Würde wiederzugeben. Durch vielfältige Aktionen sollen sich die Mitglieder, so die Anregung, aktuell einbringen, Impulse geben und mit Nachdruck vertreten in einer Gemeinde, "die sich seit 80 Jahren Fremdenverkehrsgemeinde nennt, es aber trotz Ratsbeschluss in 25 Jahren nicht geschafft hat, die historischen Gebäude sachgerecht zu beschildern und es zugelassen hat, dass viele historische Grabmale vernichtet wurden".
Ein besonderes Anliegen sei es, das Wissen von Zeitzeugen umfassend zu nutzen. Schleuß: "Die bewährte Zusammenarbeit mit kompetenten Fachleuten wie Dr. Gerd Rupprecht von der Archäologie Mainz soll bewusst weiter geführt und ausgebaut werden."
31 Bürger haben sich an diesem Abend als Gründungsmitglieder eingetragen, für die Initiatoren Walter Schleuß und Willi Geisenhof eine Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit und eine Ermutigung, neue Aufgaben anzupacken: "Der Anfang war viel versprechend."

