Herzstück ist der große Probenraum
24.08.2010 - BODENHEIM
Von Jürgen Strickstrock
BLASORCHESTER 4 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden für neues Vereinsheim / Dank und Anerkennung bei der Einweihung
Das Blasorchester Bodenheim hat am Sonntag die Einweihung seines neuen Vereinsheims gefeiert. Der Tag der offenen Tür lockte viele Besucher an. Um bessere Übungsmöglichkeiten zu schaffen, hatte der Vorstand seit Januar 2007 Pläne für ein eigenes Haus geschmiedet, berichtete die Vorsitzende Felizitas Groh in ihrer Festrede. Der „Finanzminister“ und Kassierer des Vereins, Heinz-Werner Spenkuch, habe damals Kriterien für die Realisierung des Projekts erarbeitet.
Zukunft des Orchesters sichern
Es galt, die Zukunft des Orchesters nachhaltig zu sichern und die Jugendarbeit stärker zu fördern. Beides sei nun durch den Neubau gewährleistet, unterstrich Groh. Das Grundstück, das aus Lärmschutzgründen am Rand eines Wohngebietes liegen sollte, wurde durch eine Entscheidung des Gemeinderats in der Rheinallee gegenüber der Wasserversorgung zur Verfügung gestellt. Nachdem diese „erste große Hürde“ genommen war, kam ein weiterer Schub durch die Ehrenamtsförderung des Landkreises Mainz-Bingen, mit einem Zuschuss von 47 500 Euro. Sie hob besonders hervor, dass die Mitglieder des Vereins ehrenamtlich in rund 4 500 Arbeitsstunden mit Hand angelegt haben und bekannte: „Ich bin stolz auf Euch“. Die Vorsitzende hob hervor, dass der Verein besonderen Wert auf den Schallschutz des 90 Quadratmeter großen Probenraums, das „Herzstück“ des Hauses, gelegt habe. Das weitere Raumprogramm umfasst eine Küche, Toiletten, einen Lagerraum und einen besondere Kammer für die Noten. Sie machen nach den Worten des 2. Vorsitzenden Wolfgang Kirch, der den Verein elf Jahre als Vorsitzender geführt hatte, den größten Wert aus.
Bei der Einweihungsfeier stellten der katholische Pfarrer Paul Kollar und der evangelische Pfarrer Thomas Schwöbel mit Gebeten und Weihwasser das Haus unter den Segen Gottes. Sie verwiesen auf die religiösen Wurzeln der Musik und wünschten dem Verein (120 Mitglieder, darunter 48 Aktive) weiterhin Freude am Musizieren und gute geschwisterliche Gemeinschaft. Die Reihe der Grußworte eröffnete Manfred Heinisch in Vertretung des Landrats. Er zollte dem Blasorchester Dank und Anerkennung und bekräftigte, dass die Förderung des ehrenamtlichen Engagements dem Kreis auch künftig ein Anliegen sei.
Proben ohne Einschränkungen
Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig stellte fest, dass mit der Einweihung die Zeit ende, in der das Orchester auf fremde Räume angewiesen war. Nun seien Proben ohne Einschränkung möglich, was besonders die Jugendarbeit stärke. Er verwies darauf, dass die Gemeinde nicht nur das 800 Quadratmeter große Grundstück zu einem günstigen Pachtzins zur Verfügung gestellt, sondern auch auf die Erstattung des Anliegerbeitrags und der Versorgungsleitungen verzichtet habe. Dieser „immense Kraftakt“ sei jedoch eine gute Investition in das Zukunftsprojekt. Der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Dr. Robert Scheurer, lobte, die Mitglieder des Blasorchesters seien musikalische Botschafter Bodenheims auf hohem Niveau. Besonders erfreulich sei der im Verein gelebte „Dialog der Generationen“, der in den beiden Jugendorchestern sichtbar sei. Die Landtagsabgeordnete Dorothea Schäfer erklärte, es fasziniere sie besonders, wie lange die Musiker ihrem Verein die Treue hielten.

