Mit Neubau „auf sicheren Beinen“
13.08.2010 - BODENHEIM
Von Andreas Riechert
BLASORCHESTER 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken im Vereinsheim / Eröffnung am 22. August
Rund ein Jahr lang haben sie gehämmert und geschraubt, lackiert und verputzt, gepinselt und gesägt - nun steht das Werk kurz vor der Vollendung: Nach über 4 000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden können die Mitglieder des Bodenheimer Blasorchesters am Sonntag, 22. August, ab 11 Uhr die Einweihung des neuen Vereinsheims mit einem Tag der offenen Tür feiern. In der Rheinallee gegenüber der WVR ist ein echtes Schmuckkästchen entstanden, das den engagierten Musikern eine goldene Zukunft bescheren soll.
Fast jeder im Verein hat sich an den Arbeiten beteiligt
Pünktlich zum 90. Geburtstag des 1920 gegründeten Vereins hat sich das breit gefächert aufgestellte Ensemble mit der Realisierung eines eigenen Zuhauses einen lange gehegten Traum erfüllt. Und dafür haben die Bläser einiges getan. In Eigenregie, wohlgemerkt. Wo andere den Schreiner, Maler und Dachdecker kommen lassen, legten Heinz-Werner Spenkuch und seine Mitstreiter selbst Hand an. „Fast jeder aus unserem Verein hat sich beteiligt und mit angepackt. Das ist gerade in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr“, betont der Projektleiter, dessen Verein während der Bauphase ganz nebenbei 50 Proben und 34 Auftritte absolviert hat.
„An manchen Samstagen haben wir am Vormittag hier auf der Baustelle gearbeitet, sind dann zum Musik machen gefahren und danach direkt wieder zurück an die Arbeit gegangen“, blickt Spenkuch schmunzelnd auf so manch schweißtreibendes Wochenende zurück. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Schließlich soll das selbst gestaltete Vereinsheim nicht nur dazu dienen, das alte Haus der Vereine endlich gegen ein nagelneues Domizil einzutauschen. Das Blasorchester erhofft sich auch einen weiteren Mitgliederzuwachs durch das vereinseigene Gebäude, das auf einer Gesamtnutzfläche von 150 Quadratmetern einen geräumigen Proberaum mit Theke, eine Küche, ein WC, einen Notenraum und einen Flur beinhaltet. Für ausreichend Parkplätze ist ebenfalls gesorgt, hinzu kommt ein attraktiver Außenbereich mit Terrasse und Grillmöglichkeit.
Aspekte, die nach Ansicht von Spenkuch dazu beitragen werden, vor allem junge Musiker für das Blasorchester zu begeistern. „Der Verein wächst und boomt. Wir wollten ihn mit dem Bau des Vereinsheims auf sichere Beine stellen und die Jugendarbeit nachhaltig fördern. Im Haus der Vereine hatten wir nur einen Raum zur Verfügung, den wir uns auch noch mit anderen Vereinen teilen mussten. Hier können wir nun auch an anderen Tagen proben und eine gute Jugendausbildung ermöglichen“, freut sich der 52-Jährige, der den Bodenheimer Bläsern seit 42 Jahren die Treue hält.
47 500 Euro aus dem Topf der Ehrenamtsförderung
Dass der Landkreis Mainz-Bingen, die Gemeinde Bodenheim und ihre Bürger das Bauprojekt von Beginn an wohlwollend begleitet haben, macht Spenkuch dankbar. „Die Spendenbereitschaft und der fachliche Beistand war von allen Seiten da. Das ist eine ganz tolle Sache“, unterstreicht der Klarinettist, dessen Verein seitens des Kreises mit 47 500 Euro aus dem Topf der Ehrenamtsförderung unterstützt wurde. Den restlichen Betrag stemmte das junge Blasorchester aus eigenen Rücklagen.
Vereinsvorsitzende Felizitas Groh erachtet den Neubau als „großen Schritt“, gerade im Hinblick auf Unabhängigkeit und Jugendarbeit. „Wir können jetzt alles so betreiben, wie wir uns das vorstellen, und haben keine Einschränkungen mehr. Das wird unsere Kameradschaft weiter fördern und hoffentlich neue Mitglieder anlocken. Jeder ist herzlich willkommen bei uns“, unterstreicht die Saxophonistin.

