Gott Jokus lässt den Lindwurm los
20.02.2012 - BODENHEIM/HARXHEIM/ BUDENHEIM/WACKERNHEIM
FASTNACHT Narren im Kreis feiern bei Umzügen und Rathausstürmungen den Höhepunkt der fünften Jahreszeit
(sks/mr/hes/skw). Fantasievolle Fastnachtsumzüge schlängelten sich durch Bodenheim, Harxheim und Budenheim. Wie in Wackernheim wurden auch die Rathäuser gestürmt. Einen Zwischenfall gab es lediglich in Bodenheim; dort stoppte der Umzug für 45 Minuten, weil eine kollabierte Zuschauerin mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste.
56 Zugnummern mit 1 250 Aktiven in Bodenheim
Die 1986 gegründete „Närrische Bürgerinitiative“ (NBI) richtete zum 25. Mal den Bodenheimer Fastnachtsumzug aus. Als Zugmarschall Kurt von der Au, der Vorsitzende der NBI, um 14.11 Uhr den Startbefehl erteilte, nachdem „Zuguffsteller“ Dieter Berg grünes Licht gegeben hatte, setzte sich der lange Zug mit 56 Fußgruppen, Musikkapellen und Wagen sowie 1 250 Aktiven in Bewegung, angeführt von Alfred Knab, der auf seinem „Hacko“ ein Schild mit der Aufschrift „Alldeweil sin mer do - zum 25. Mal“ mitführte.
Der Zug hatte aber noch mehr Jubiläen zu bieten. Die CDU inszenierte eine „Geburtstagsparty“ zum 40-jährigen Bestehen der Verbandsgemeinde, bei der Bürgermeister Dr. Robert Scheurer ein Wägelchen mit Geburtstagstorte zog. Die Zugplakettchen zeigten das VG-Rathaus mit Narrenkappe. Auf einem Wagen mit Gefolge präsentierten sich die „Gründungsmitglieder“ des Männergesangvereins Concordia, der mit 140 Jahren so alt ist wie die Pfarrkirche St. Alban. Natürlich fehlte auch der Festwagen des 7 mal 11 Jahre alten Bodenheimer Carneval Vereins nicht.
Tolle Wagen hatten die Kerbejahrgänge kreiert. So kehrte der von 1987/88 als „Imperium“ zurück, und der von 1992/93 wurde als originellste Gruppe mit seinem St. Albaniter-Rettungswagen („Der Arzt ist durch“) ausgezeichnet, ebenso aus den Kindergruppen die Burgfräuleins und Ritter der Kita „Spatzennest“, die die Suche nach einem Standort für die neue Kita persiflierten. Den Preis für das beste Einzelkostüm erhielt Marina „Floh“ Fastnacht, die Loriots Badewanne („Die Ente bleibt draußen“) durch die Gassen schob. Die Albansbrüder bekämpften den Fluglärm in einer „Straußwirtschaft“.
Zehn Musikzüge brachten die vielen Zuschauer ordentlich in Stimmung. Besonders stark vertreten mit originellen Wagen und Gruppen waren die Narren aus Klein-Winternheim, Lörzweiler und Nackenheim.
Die vierfarbbunte Fahne war auch am Rathaus in Harxheim gehisst und somit hatten die Narren die Macht im Ort übernommen. Dies demonstrierten sie mit einem lautstarken bunten Umzug. Begeistertes Volk stand an den Straßen und jubelte mit Helau-Rufen den fasnachtlich-fröhlichen Wagen und Fußgruppen zu.
Die Olmenos aus Nieder-Olm führten den aus 21 Zugnummern mit 650 aktiven Fasnachtern bestehenden närrischen Lindwurm an und heizten den großen und kleinen Zuschauern sofort ein mit dem bekannten Schlager „Jetzt geht die Party richtig los“. Gleich dahinter kamen die großen Kinder der Kita mit ihren Erzieherinnen. Sie warfen nicht nur Süßigkeiten, sondern hatten sich mit selbstgebastelten Kostümen als marschierende Bonbons und Lollis verkleidet. Meerjungfrauen aus Mommenheim, Asterix und Obelix aus Nieder-Olm sowie Vampire der Harxheimer Volkstanzgruppe bevölkerten das Dorf.

