Lebensraum Schule aktiv gestalten
10.02.2012 - OBERSTADT
Von Nicolai Klatz
THERESIANUM Jury des Deutschen Schulpreises macht Station in Mainz / Sieger erhält 100 000 Euro
Nach genau 24 Stunden und fünf Minuten waren alle Eindrücke gesammelt, alle Gespräche mit Schülervertretern, Lehrern und Eltern geführt und so manche Unterrichtsstunde besucht. Das Bild, welches sich die sechsköpfige Jury des Deutschen Schulpreises nach ihrer zweitägigen Visite am Theresianum gemacht hatte, erschien auf der abschließenden Pressekonferenz durchaus vielversprechend: „Wir sind total beeindruckt von der Verantwortung, die der Schüler hier trägt, um den Lebensraum Schule aktiv mitgestalten zu können“, ließ Hans Anand Pant, Mitglied der Kommission und Direktor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Berliner Humboldt-Universität, erste Eindrücke durchscheinen.
Zuviel verraten wolle man aber im Hinblick auf das noch laufende Sichtungsverfahren nicht. Die Jury befindet sich quasi auf der Durchreise: 20 von insgesamt 122 teilnehmenden Schulen haben es beim mit 243 000 Euro dotierten Wettbewerb in die Vor-Endauswahl geschafft, 15 von ihnen werden im Juni auf der Preisverleihung in Berlin mit dabei sein. Welche es sein werden, soll bis Ende März entschieden sein, bis dahin ist das Expertenteam von Hamburg bis ins bayrische Heilbronn quer durch Deutschland unterwegs, um alle verbliebenen Kandidaten genauestens unter die Lupe zu nehmen. Den fünf besten Schulen winkt neben dem Preisgeld - 100 000 Euro für den Sieger, 25 000 Euro für die folgenden vier Platzierungen - auch eine fünfjährige Mitgliedschaft in der Akademie des Deutschen Schulpreises, die den Bildungseinrichtungen vor allem ein Forum bietet, um mit anderen Institutionen rund um die Themen Lehre und Bildung in Kontakt zu kommen.
„Beim Schulpreis geht es nicht nur darum, exzellente Schulen auszuzeichnen. Vor allem steht im Mittelpunkt, ihre Praxis in die Breite zu tragen und damit letzten Endes die Schulentwicklung insgesamt voranzubringen“, beschrieb Lena Wohlleben, Projektleiterin des von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung initiierten Preises, die Idee.
Für das Theresianum ist es nach 2006, dem Premierenjahr des Schulpreises, die zweite Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb. Damals hatte man es immerhin in die Vorrunde der besten 40 geschafft. „Wir haben seitdem sehr viel von den anderen Schulen gelernt. 2006 war das Projekt hauptsächlich von der Schulleitung beeinflusst, dieses Mal ist es ein Projekt aller Beteiligter“, erklärte Schulleiter Helmut Schmid. Das diesjährige Motto „G8 als Chance“ werde dabei vor allem durch die gemeinsame Gestaltung des Ganztagskonzeptes umgesetzt, für welches der Terminus „Kerngeschäft Unterricht“ mehr als überholt sei. „Das Lernen findet überall statt, die Schule ist als Lebensfeld zu begreifen“, verwies der stellvertretende Direktor Stephan Kurz-Gieseler auf zahlreiche neue Angebote des Theresianums abseits der traditionellen Fächer, die auch die Expertenjury positiv zur Kenntnis genommen haben dürfte.

