Von Michael Heinze
Das Jahr 2011 ist fast vorbei, 2012 steht vor der Tür. Was war los in den Stadtteilen, und was erwartet die Menschen im neuen Jahr? Die AZ lässt die zentralen Themen noch einmal Revue passieren. Heute steht Mombach im Fokus.
Die Highlights
Dank des Konjunkturprogramms II und des Einsatzes engagierter Bürger sowie nicht zuletzt von Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD) ist es gelungen, die Eintrachthalle endlich barrierefrei zu gestalten. „Ein Aufzug ist eingebaut worden, so dass die im ersten Stock gelegene Halle für alle erreichbar ist“, freut sich Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geißler (SPD). Auch die Sanierung des Haus Haifa konnte abgeschlossen werden. „Unser Kinder-, Jugend- und Begegnungszentrum ist nun ebenfalls barrierefrei - das ist unter anderem wichtig für die Ortsbeiratssitzungen - und äußerst ansprechend und liebevoll renoviert.“
Die gute Nachricht
Das Jahr 2011 war für mehrere Vereine und für die Friedenskirche ein Jubiläumsjahr. Die Veranstaltungen zur Fastnachtszeit - Bohnebeitel und Mombacher Prinzengarde wurden 125 Jahre alt -- sowie im ganzen Jahr (MTV: 150 Jahre, Friedenskirche: 100 Jahre) brachten neue Impulse für Orts- und Kirchengemeinde.
Das Zukunftsprojekt
Zum Greifen nahe ist der Beginn der Umgestaltung der Hauptstraße, aus Mitteln des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. „Ich wünsche mir sehr, dass wir zumindest den ersten Bauabschnitt verwirklichen können“, so Lossen-Geißler. „Noch warten wir auf die Bewilligung der Bundes- und Landesmittel, aber ich bin zuversichtlich, dass die mit großer Bürgerbeteiligung entstandenen Pläne für unseren Ortseingang zwischen Kleinem Kreisel und St. Nikolauskirche Wirklichkeit werden können. Alles andere wäre ein wirklicher Schlag ins Gesicht der engagierten Bürger.“
Das Ärgernis
Ärgerlich ist immer wieder, wie sorglos bis rücksichtslos manche Zeitgenossen mit ihrem Abfall umgehen. Hier hat Mombach das Glück, zum einen zwei engagierte Stadtteilhelfer beschäftigen zu können, die sich um vieles kümmern, was Entsorgungsbetrieb und Grünamt nicht (mehr) leisten können. „Zum anderen gibt es rührige Bürger, die sich in Arbeitsgruppen der Sozialen Stadt und in Vereinen wie Schöneres Mombach um ihren Ort kümmern“, weiß Lossen-Geißler, die besonders auch den „Müllsheriffs“ des Entsorgungsbetriebs dankt.
Der Mangel
Die finanziellen Nöte der Stadt treffen auch Mombach und führen hier zu Einschränkungen, etwa bei den Unterstützungsmöglichkeiten für Vereine und Initiativen. Froh ist die Ortsvorsteherin allerdings darüber, „dass eine Schließung von Ortsverwaltungen - wieder einmal - vom Tisch ist“.
Die Erfolgsgeschichte
Schulen und Kitas zeichnen sich durch eindrucksvolles Engagement für Kinder und Eltern aus. „Die Realschule plus, gemeinsam mit Budenheim, bewährt sich und träumt von einer Weiterentwicklung zur IGS, was ich sehr unterstütze“, so Lossen-Geißler. „Die Grundschulen und Kitas bieten den Kindern zahlloser Nationen Anregung, Wärme und Entwicklungsmöglichkeiten.“ Alle diese Einrichtungen, wie auch Kirchen, Vereine, Haus Haifa, Caritaszentrum, Volkshochschule und Stadtteilbücherei arbeiteten eng zusammen, nicht nur in der „Stadtteilrunde“.
Das Dauerproblem
Wegen Verkehr, Lärm, Schmutz oder unvernünftiger Bürger bietet die Hauptstraße immer wieder Anlass zu Beschwerden. Daher wurde ein „Runder Tisch“ eingerichtet mit Unterstützung des Kommunalen Präventivrates, der bereits im Bleichenviertel und in der Elsa-Brändström-Straße erfolgreich tätig war. Ordnungs- und Jugendamt, Verkehrsüberwachung, Polizei und viele andere Stellen arbeiten gemeinsam an einer Verbesserung und werden Anfang 2012 auch zu einem Bürgergespräch einladen.
Die ungelöste Frage
Noch ungelöst ist die Zukunft des ehemaligen Lidl-Geländes zwischen Haupt- und Nestléstraße. „Es besteht glücklicherweise inzwischen ein Bebauungsplan, aber ein wirklich reeller Investor hat noch nicht angebissen“, sagt Lossen-Geißler, auf deren Stirn sich auch beim ehemaligen Einkaufszentrum Am Lemmchen Sorgenfalten bilden. „Ich halte es für absolut notwendig, die Nahversorgung zu erhalten, beziehungsweise auszubauen.“
Die Hoffnung
Die Ortsvorsteherin hofft darauf und will sich weiter dafür einsetzen, „dass die Soziale Stadt und das große ehrenamtliche Bürgerengagement in den Arbeitsgruppen uns erhalten bleiben, weil so ungeheuer viele Impulse für den Stadtteil und für seinen sozialen und nachbarschaftlichen Zusammenhalt gesetzt werden“.

