Von Benjamin Kilb
BOHNEBEITEL Worschtobend dient vor allem der Talentsuche
Wer diesen Abend übersteht, wer hier auftrumpft und dem Heer an Narren die Lachmuskeln entzündet, der hat es nicht mehr weit bis auf die Bühnen der großen Mainzer Fastnachtssitzungen. Beim traditionellen Bohnebeitel-Worschtobend in der Mombacher Turnhalle am Freitagabend musste sich der Mainzer Fastnachtsnachwuchs bewähren. Schon Ramon Chormann und Peter Beck und andere wurden nach der Feuertaufe in Mombach Stars. Auf das Publikum warten vor den Auftritten zudem drei Zentner Mett.
Seit gut 15 Jahren existiert bei den Bohnebeiteln die Tradition des Worschtobends, zu dem nur die Herren Zutritt haben. Nach dem obligatorischen Worschtgebet wird das Saulied angestimmt und anschließend das Wurstbuffet gestürmt. 400 Sitzplätze stehen in der Turnhalle zur Verfügung, wie die meist elf Sitzungen der Bohnebeitel ist auch der Worschtobend regelmäßig ausverkauft.
„Wer den Auftritt vor unserem Mombacher Fachpublikum übersteht, der ist kampagnentauglich, für den lupft sich der Vorhang zu den Sitzungen auf”, so Bohnebeitel Ulrich Bohland. Im letzten Jahr schaffte beispielsweise Ercan Demirel den Sprung auf die närrische Rostra in der Sitzungskampagne.
Bohnebeitel-Eigengewächs Demirel war auch am Freitagabend wieder mit seinen Stücken mit von der Partie, aber in den Fokus mussten sich andere Talente ulken. Groß trumpften dabei das Männerballet aus Finthen und Sänger Dieter Meiselzahl mit seiner „Kohlebüx” auf. Auch Eva Bauer als „Fußpflegerin” begeisterte als Frau unter Hunderten von Männern. Als jüngste Neuentdeckung tat sich der erst 17-jährige Gitarrist Kevin Raupach hervor.
Doch auch Fastnachtslegenden wie Adi Guckelsheimer als „Nachtwächter“, Thomas Klumb mit „Bauer sucht Frau” oder Bohnebeitel Horst Radelli alias Willi Windhund ließen sich den Worschtobend nicht nehmen. Letzter resümierte im Anschluss, „dass im Grunde genommen alle ihre Sache ziemlich gut gemacht haben“.
Wie Ulrich Bohland berichtete, begibt sich Bohnebeitel-Sitzungspräsident Heinz Meller regelmäßig auf Talentsuche, auch abseits von Mainz und Rheinhessen. Auf Ramon Chormann stieß er bei einem von dessen Auftritten in seiner pfälzischen Heimat. Auch Helmut Schlösser wurde von Meller entdeckt und bewährte sich auf der Worschtobend-Bühne.

