Von Nora Diel
EHRUNG Käthchen Frödert bei vielen Mombachern noch in bester Erinnerung
„Sie war eine stark wirkende Persönlichkeit in Mombach und darf nicht in Vergessenheit geraten“, lobte Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler (SPD) Käthchen Frödert. Der Ortsbeirat hatte beschlossen, einen bis dahin namenlosen Verbindungsweg zwischen der Oberen Kreuzstraße und der Bezirkssportanlage nach der Gemeindeschwester zu benennen. Sie wurde 1894 geboren und starb im hohen Alter von 101 Jahren. Von 1941 war sie evangelische Gemeindeschwester und Kindergärtnerin.
Als bekannt wurde, dass man einen Weg nach ihr benennen würde, hörte man häufig „Aja, Schwester Käthchen, ja sie war auch mal bei uns zu Hause“, so Horst Böcher, Fraktionssprecher der SPD im Ortsbeirat. Sie habe immer ein offenes Ohr für die Bürger gehabt und sei allseits beliebt gewesen. Er selbst habe Schwester Käthchen als Kindergärtnerin gehabt und erinnere sich noch gerne daran, wie sie ihn damals, nachdem er „von Schwester Regine in die Dunkelkammer des Kindergartens gesperrt“, von Schwester Käthchen „befreit“ worden sei. Generell habe sie eine ganze Menge für die Mombacher getan, erzählt Böcher.
Der Mombacher Dieter Müller hatte den Straßennamen vorgeschlagen. Schwester Käthchen war zwar nicht seine Kindergärtnerin, er erinnere sich aber, wie sie im Ort mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sei: „mit ihrer Tracht, ihrem Häubchen und der Pelerine.“ Außerdem habe man bei ihr nie „Gelobt sei Jesus Christus“ sagen müssen, schmunzelt Müller. Auch Pfarrer Stephan Müller-Kracht begrüßt, dass eine Person ausgewählt wurde, die nicht medial, sondern persönlich aufgefallen sei und die Gemeinschaft trotzdem sehr geprägt habe. Gemeinsam mit der Ortsvorsteherin enthüllte er das Straßenschild.

