MUSIKKABARETT „Duo Camillo“ begeistert Publikum in Mombacher Friedenskirche
(nwz). Ihren Glauben lebendig und fröhlich zum Ausdruck zu bringen, aber auch manchen ironischen Blick auf Kirche und Gesellschaft zu riskieren, darum geht es dem „Duo Camillo” aus Frankfurt. Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums war das christliche Musikkabarett in der Mombacher Friedenskirche zu Gast und begeisterte das Publikum mit einem amüsanten Programm. Zum schwungvollen Auftakt griffen Martin Schultheiß und Fabian Vogt in karierten Hemden und Cowboyhüten in die Gitarrensaiten und Keyboardtasten und sangen von einem Himmel der Querdenker und frommen Chaoten.
Bei einem munteren Schlagabtausch stellten sich die Musiker und Kabarettisten, die seit mehr als 20 Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen, gegenseitig vor. Die Mombacher mussten sich die eine oder andere sarkastische Bemerkung über ihren Stadtteil gefallen lassen. Aus der Seele sprachen sie manchem Zuhörer, als sie die unterschiedlichen Vorstellungen von Romantik und andere Eigenheiten von Frauen und Männern aufs Korn nahmen. Viele nickten zustimmend beim Lied über die Erfahrungen mit einem Ehrenamt: Man reicht den kleinen Finger, doch genommen wird gleich die ganze Hand. Die Lacher auf ihrer Seite hatte das „Duo Camillo” auch bei seinen Überlegungen, wie man heutzutage mit jungen Leuten über den Glauben und biblische Geschichten spricht: Das Paradies wurde quasi mit einer Firewall umgeben und bei der Sintflut wurde auf den Reset-Knopf gedrückt.
Orgel spielt Reggae und bei der Lesung wird gesteppt
„Sei doch mal lässig”, hieß es in einer musikalischen Aufforderung, auch in der Kirche und Gemeinde Freude zu zeigen und aus sich herauszugehen. Man sollte einfach den Mut haben, mal etwas Neues auszuprobieren, meinten sie: Dann spielt die Orgel Reggae, bei der Lesung wird gesteppt und beim Gebet gejubelt.

