Von Michael Heinze
TAG DER OFFENEN TÜR Mombacher Firma Ineos Paraform zeigt sich Besuchern bei laufender Produktion
Über 400 Besucher nutzen am Tag der offenen Tür von Ineos Paraform in der Hauptstraße 30 die seltene Chance, den Produktionsprozess eines traditionsreichen Chemieunternehmens aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen.
„Eine ziemlich gute Resonanz“, sagte Pressesprecher Ralf Timimi. Das vorige Mal hatte die Firma, die seit 1856 in Mombach ansässig ist und dort 150 Mitarbeiter beschäftigt, vor fünf Jahren ihre Pforten für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Jetzt habe man das Internationale Jahr der Chemie zum Anlass für eine Neuauflage genommen. „Wir wollen den Leuten zeigen, was wir hier machen“, so Timimi. Wie Geschäftsführer Torsten Dittmer erläuterte, stellt die Firma Ineos Paraform Formaldehyd und sonstige Derivate aus Methanol her. „Das wird dann eingesetzt im Bereich von duroplastischen Kunststoffen“, sagte Dittmer. Harnstoff-, Melamin- und Phenolharze fänden Anwendung bei Spanplatten, Möbeln, Autolacken, Bremsbelägen oder auch Dämmstoffen. Auch Fensterdichtungen, Sekundenkleber, Wasserfilter, Desinfektionsmittel und WC-Deckel wären ohne diese Stoffe nicht denkbar.
Dass das 6,6 Hektar Quadratmeter große Werksgelände direkt an die Wohnbebauung angrenzt, ist laut Timimi kein Problem. „Wir leben hier mit den Mombachern und ich wohne selbst seit zehn Jahren in diesem Stadtteil. Auch am Tag der offenen Tür läuft die Produktion auf vollen Touren.“ Damit wolle man demonstrieren, dass sämtliche Anlagen sicher betrieben werden. „Wir tun alles dafür, dass das auch so bleibt“, betonte Timimi, der das Verhältnis zur Bevölkerung sowie zum Ortsbeirat um Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geißler (SPD) als entspannt bezeichnete.
„Das ist ein exzellentes Verhältnis“, sagte der Pressesprecher, wenngleich ein Unternehmen der chemischen Industrie naturgemäß „für die Öffentlichkeit wahrnehmbar“ sei. „Lärmemissionen aus unserem Werk sind bedeutungslos“, sagte Geschäftsführer Dittmer. „Dass chemische Produkte auch schon einmal riechen, das stimmt. Die Gerüche sind manchmal unangenehm, aber sie sind nicht gefährlich.“
Pressesprecher Timimi räumte einen „fischigen Geruch in minimaler Konzentration“ ein, der durch Nebenprodukte von Hexamethylentetramin entstehen könne und nur sehr selten auftrete. Über 2,5 Millionen Euro hat die Firma laut Geschäftsführer Dittmer in den vergangenen fünf Jahren in Sicherheitsstandards investiert.
Neben Lokalpolitikern waren auch Chemiestudierende der Johannes Gutenberg-Universität und und Mitglieder des Stadtfeuerwehrverbandes bei den geführten Werksrundgängen mit von der Partie.

