Kein Fenster soll geschlossen werden
02.12.2010 - MOMBACH
SOZIALE STADT Bürgergespräch in Mombach zur Zukunft des Quartiermanagements in Stadtteilen
(MH). „Ausgaben der Stadt für das Quartiermanagement und für Verfügungsfonds sind weiterhin möglich“, machte die Landtagsabgeordnete Ulla Brede-Hoffmann im Rahmen eines Bürgergesprächs zur Zukunft der Sozialen Stadt in Mombach in der Gaststätte „Zur Turnhalle“ deutlich. „Das steht in einem Vermerk, den mir der Innenminister extra am Montag noch geschickt hat.“
Ab dem Jahr 2011 streiche der Bund die Möglichkeit, in den Fördergebieten Modellvorhaben durchzuführen. „Diese Projekte sind mit Stumpf und Stiel gestrichen“, so Brede-Hoffmann. „Man wird viel intensiver diskutieren müssen, was uns an Projekten wichtig ist. Gerade im Jahr 2011 wird das ganz schwierig werden, weil die Zeit zur Ausarbeitung eines Kompromissvorschlages nicht reichen wird.“
Erst 2007 hatte sich das Programmfenster für Mombach geöffnet. Wichtige Projekte wie die Neuordnung der Hauptstraße stehen aus. Dass die Beschlüsse der Bundesregierung nun zum Aus führen, will Brede-Hoffmann verhindern - und kann sich dabei unter anderem der Unterstützung von Stadträtin Martina Kracht, Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler und Sozialdezernent Kurt Merkator sicher sein. Merkator stellte klar, er gehe davon aus, dass Mittel von Stadt und Land in bisherigem Umfang erhalten blieben. „Bei der Stadt haben wir im Bereich der Sozialen Stadt nichts gekürzt“, so der Beigeordnete. „Die Bundesmittel sind um zwei Drittel gekürzt worden, aber es kommen nicht 70 Prozent weniger an Mitteln an im Quartier, sondern es werden am Ende 40 Prozent weniger sein - und das ist viel.“ Das Quartiermanagement sei „der Dreh- und Angelpunkt, man kann so ein Programm nicht rein ehrenamtlich betreiben. Und diese Anlaufstellen drohen wegzufliegen“. Notwendig sei jetzt, „erst einmal eine Lösung zu finden, dieses Quartiermanagement zu erhalten - das ist auch Ziel der Landesregierung“. Wenn weniger Gelder in Mainz ankämen, habe man grundsätzlich die Möglichkeit, entweder die Mittel für die einzelnen Fenster zu kürzen oder ein Fenster schließen -, wobei Letzteres nicht infrage komme.
„Wir müssen dafür kämpfen, dass die drei Fenster in der Neustadt, in Mombach und auf dem Lerchenberg erhalten bleiben - wir dürfen uns da nicht auseinanderdividieren lassen“, betonte Ortsvorsteherin Lossen-Geißler.

