Der Turmbau zu Mombach
05.07.2010 - MOMBACH
Von Andreas Riechert
GRUNDSTEINLEGUNG Am 5. Dezember sollen wieder die Glocken von St. Nikolaus läuten
Die Nacht des 13. August 1942 gehört zu den schwärzesten Tagen der Mombacher Geschichte. Eine im Zweiten Weltkrieg abgeworfene Brandbombe brachte Elend und Trauer über den Stadtteil und zerstörte die 1702 erbaute St. Nikolauskirche samt Glockenturm. Während der Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1956 vollendet wurde, mussten die Mombacher fast sieben Jahrzehnte warten, ehe der Bau des neuen Glockenturms in Angriff genommen werden konnte. Mit der nun erfolgten Grundsteinlegung durch Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann rückt das symbolische Schließen der Kriegswunde in greifbare Nähe.
Bereits am 28. August wird der Glockenstuhl anlässlich der Glockenweihe auf den Turm gehoben, die Fertigstellung der Außenanlagen und des Neubaus der Sakristei ist für Anfang Dezember dieses Jahres geplant, so dass die Glocken erstmals am 5. Dezember, also unmittelbar vor dem Nikolaustag, wieder erklingen sollen. Drei historische Glocken der alten St. Nikolauskirche von 1923, die vor den Kriegswirren gerettet wurden, sowie zwei neu gegossene Glocken aus dem Jahr 2010 werden zukünftig im neuen Turm läuten, der sich schlicht und modern präsentiert.
„Wir haben in Anlehnung an den Kirchbau von 1956 eine moderne Bauform gewählt. Da der Turm nicht drei, sondern fünf Glocken hat, muss er etwas höher werden. Es gibt einen Sockelbereich, einen Turmschaft mit Kreuz und ganz oben den Glockenstuhl. Wichtig ist, dass alles klanginstrumental rüberkommt“, erläuterte Architektin Monika Krebs, die den Mombachern das Turmbau-Projekt im Anschluss an die Grundsteinlegung im Pfarrsaal vorstellte.
Zuvor hatte Generalvikar Giebelmann den Grundstein gesegnet und auf der Baustelle in der Hauptstraße eine emotionale Segnungsfeier abgehalten. „Der Turmbau ist ein Glaubensbekenntnis dieser Stadt. Wir glauben daran, dass dieser Turm ein Mahnmal ist. Wenn die Glocken über Mombach läuten werden, wissen wir, dass der Segen Gottes über dieser Stadt liegt“, sagte der Geistliche, der den Turm als „Symbol des Friedens“ bezeichnete. Dietmar Giebelmann dankte allen Beteiligten und Helfern, die den Turmbau dank ihrer Spenden und ihres Engagements überhaupt erst möglich gemacht hatten.
„Da finanzielle Unterstützung durch das Bistum ausgeschlossen worden ist, mussten wir die notwendigen Mittel über Spenden reinholen. Der Turmbauverein und viele Einzelspender haben einen erheblichen Beitrag geleistet“, betonte Pfarrer Gottfried Keindl, der sich glücklich darüber zeigte, „dass die lange Wartezeit nun endlich beendet ist“.

