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Mombach 

Lärm macht krank

29.05.2010 - MOMBACH

INFOVERANSTALTUNG SPD Mombach diskutiert über den Flughafen-Ausbau

(ari). Die Haltung der rheinland-pfälzischen Landesregierung zum Fluglärm ist vielen Mainzern ein Dorn im Auge. Auf einer Informationsveranstaltung der SPD Mombach zum Thema „Fluglärm - Was kommt auf uns zu? Was wird getan?“ beklagten betroffene Anwohner das Fehlen einer klaren Positionierung von Ministerpräsident Beck.

„Warum tut das Land nichts? Nur die Stadt Mainz macht etwas. Aber Herr Beck sitzt den ganzen Tag in seinem klimatisierten Büro und sieht und hört nichts“, monierte ein Mitglied des Arbeitskreises Fluglärm Lerchenberg. „Die eindeutige Positionierung der Landesregierung fehlt überall“, stimmte ein vom Fluglärm gepeinigter Hechtsheimer zu.

Der Frankenthaler SPD-Landtagsabgeordnete Martin Haller, der zwei Jahre in Mombach gewohnt hat, versprach, die Kritik an Staatssekretär Alexander Schweitzer weiterzuleiten, verwies allerdings darauf, dass das Land nur wenig Einflussmöglichkeiten habe. „Mitspracherecht haben die Bundesregierung und das Land Hessen“, so Haller.

Auch der Stadtratsbeschluss gegen die Veranlassung einer epidemiolgischen Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms stieß auf Widerspruch. Dr. Eckart Lensch von der SPD-Stadtratsfraktion, wies die Beschwerden zurück: „Das Ergebnis ist eindeutig. Fluglärm macht krank. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren und eine weitere Studie wird da keine neuen Erkenntnisse bringen.“ Vielmehr sei darauf zu achten, „dass die Gesetze nicht aufgeweicht werden und das Mediationsverfahren in unserem Sinne beeinflusst wird“.

„Wir wollen diese Landebahn immer noch verhindern. Da besteht Einigkeit mit der ganzen Stadt und dem gesamten Land“, bekräftigte Oberbürgermeister Jens Beutel die Position der Stadt Mainz zum Flughafenausbau. „Die Wirtschaftlichkeit steht hier vor der Gesundheit. Das ist eine Abwägung, die nicht zulässig ist. Wir brauchen einen Aufschrei der Menschen, die sich gegen diese Perversion grundgesetzlich verbürgten Anspruchs auflehnen.“ Beutel kündigte an, eine Lärmstudie anzustoßen, die die Auswirkungen auf die Stadt benenne und kostengünstiger sei.

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01.06.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Sind die Mombacher härter im Nehmen?

Als ständig stärker geplagter Hechtsheimer wundere ich mich schon etwas über die verhaltenen Reaktionen hier.
Klar ist doch, dass die Kritik unseres OB in Hessen nicht wirklich ernst genommen wird. Zur Steigerung einer entsprechenden Sensibilität (bei der derzeit weniger geplagten) Bevölkerung, schlage ich daher vor, z.B. im einwöchigen Wechsel die Flugrouten über Wiesbaden und den Taunus bis nach Frankfurt-Ost gehen zu lassen, damit u.a. die Hauptaktionäre von Fraport und LH auch hören können wie ihr Geld arbeitet. Ganz nebenbei müssten sich die Mainzer (>20km vom Flughafen entfernt) dann auch nicht mehr anhören müssen, dass ihre Beschwerden "Jammern auf hohem Niveau" wären. Selbst wenn noch eine weitere Studie empirisch belegt, dass der Fluglärm ungesund sei; wen interessierts schon in Hessen? So gewinnt Fraport lediglich erneut wieder etwas mehr Zeit.

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