Lebendige Schulpartnerschaft
18.03.2010 - GONSENHEIM
GYGO Sechstklässler gestalten abwechslungsreichen Ruanda-Tag
(nwz). "Go for Ruanda - Partnerschaft macht Schule" lautete das Motto des Ruanda-Tages im Gymnasium Gonsenheim. Diese Aufforderung hatten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen wörtlich genommen und waren zunächst beim so genannten "Sponsored March" von Finthen nach Gonsenheim gelaufen. Im Vorfeld hatten sich die Kinder im Verwandten- und Bekanntenkreis Sponsoren gesucht, die jeden gelaufenen Kilometer mit einem kleinen Spendenbetrag für die afrikanische Partnerschule belohnten. Schulleiterin Marita Desch-Eppelmann freute sich über das Engagement für das Partnerland von Rheinland-Pfalz.
Seit 1994 besteht eine lebendige Schulpartnerschaft mit der Mburabuturo Complex School in Kigali, die initiiert wurde von Bärbel Theuerjahr. Ihre erste Begegnung mit dem afrikanischen Land haben die Mainzer in der sechsten Jahrgangsstufe. In den vergangenen Wochen hatten sie sich fächerübergreifend mit dem Thema auseinandergesetzt, am Ruanda-Tag konnten sie ihr Wissen vertiefen. Nach einer Präsentation stand ein Informationsgespräch mit ruandischen Gästen auf dem Programm. Die jungen Leute, die zum Studium nach Deutschland gekommen waren, berichteten vom Leben in ihrem Land, insbesondere vom Alltagsleben ruandischer Kinder. Ruanda als "Land der tausend Hügel" ist zugleich ein Land der Gegensätze zwischen arm und reich. So ist auf den Dörfern ein Schulweg von mehreren Kilometern nichts Ungewöhnliches. Improvisiert wird auch in der Freizeit: Die Kinder konnten sich Fußbälle aus getrockneten Bananenblättern oder selbstgenähte Puppen mit farbenfrohen Kleidern anschauen.
Nicht selten haben afrikanische Familien fünf und mehr Kinder, die ganz selbstverständlich von klein auf mithelfen - ob bei der Feldarbeit oder beim Wasserschöpfen. Denyse Uwase zeigte, wie man einen schweren Krug auf dem Kopf transportiert, Gaston Umuherwa und Lambert Nshimyumukiza gaben eine kleine Kostprobe in der Landessprache. Auch Elena Hofferberth, eine deutsche Studentin, die sich in sozialen Projekten und im Verein "Junge Menschen für Afrika" engagiert, stellte sich den interessierten Fragen der Kinder.
Anschließend präsentierten die Schüler ihre Projektergebnisse im Foyer. Plakate, die im Erdkunde- oder Biologieunterricht entstanden, informierten über Land und Kultur. Fotos und Briefe in englischer oder französischer Sprache bezeugten den regen Austausch zwischen Mainz und Kigali.

