Bedrohtes Kleinod
09.03.2010 - GONSENHEIM
Von Joe Ludwig
MAINZER SAND Ausstellung in Gonsenheim porträtiert Naturschutzgebiet
Gemessen an den Sorgen um Erhalt und Pflege des Naturschutzgebietes Mainzer Sand ist das Museum des Gonsenheimer Heimat- und Geschichtsvereins für die diesbezügliche Ausstellung des Mombacher Arbeitskreises Umwelt viel zu klein. Schon der gute Besuch bei der Eröffnung bewies das durch die Autobahn-Baupläne zusätzlich geweckte Interesse der Bürger an der künftigen Entwicklung.
Dr. Hermann-Dieter Müller, der Vorsitzende der Gastgeber, bezeichnete die Präsentation gar als eine der wichtigsten unter den bisher 34 Sonderausstellungen und wies auf eigene Veranstaltungen zum Thema hin. Der Arbeitskreis-Vorsitzende Jürgen Weidmann unterstrich den hohen Stellenwert des Gebietes als einzigartiges ökologisches Kleinod und wiederholte die schon bekannten Bedenken gegen die Baupläne. Mit der Aufforderung an die Bevölkerung, sich den Einwänden der Naturschützer anzuschließen, richtete er zugleich einen Appell an die Naturschutzbehörden von Stadt und Land, ihren Kontrollfunktionen gerecht zu werden.
Wie es um die Bedrohung des Mainzer Sandes steht, wird in der Ausstellung eindrucksvoll bewiesen. Geologie, Nutzung des Geländes in den verschiedenen Jahrhunderten sowie die Veränderung der Pflanzenwelt werden vielfältig verdeutlicht. Neben bunten, schutzbedürftigen Blumen aller Art wird auch die bedrohte Tierwelt bildlich dargestellt. Rebhuhn, Kaninchen und Feldlerche grüßen als Präparate aus einer der Vitrinen. Letztere werden als Bodenbrüter von freilaufenden Hunden gefährdet. Die mit den Behörden abgestimmten Pflegemaßnahmen, denen sich auch der Arbeitskreis Mombach verschrieben hat, sind recht vielfältig.
So gilt den Dünen im Westen des Geländes besondere Aufmerksamkeit. Dort werden regelmäßig Bäume entnommen, damit deren Humus bildender Blattabwurf nicht dazu beiträgt, die Sandbiotope zu verändern. Auch damit soll der Vormarsch der Stickstoffarten zum Nachteil der Sandpflanzen behindert werden. Zum Schutz dieser Sand- und Pionierpflanzen wird auch das aufkommende Landreitgras bekämpft. Dies gilt auch für Moos, welches Sandflächen bedeckt und Artenschutzmaßnahmen verhindert. In Zusammenarbeit mit der Stadt und privaten Grundstückseignern werden im Oberfeld Grundstücke durch Mähen und Mulchen von Problempflanzen freigehalten, die zu schützende Arten verdrängen. Schließlich stellt das Land auch jährliche Schafbeweidungen sicher.
Gonsenheims Ortsvorsteherin Sabine Flegel begrüßte die Initiative des Arbeitskreises, sprach vom gemeinsamen Anliegen der beiden Stadtteile und lud Bevölkerung und Schulen zum Besuch der Ausstellung ein. Sie ist noch bis zu den Sommerferien zu sehen.

