Islamische Gemeinschaft lädt in Bretzenheim zum Fastenbrechen
csc. Ein appetitlicher Duft von Reis, Kebab, gekochtem Gemüse und allerlei Gewürzen strömt den Besuchern der Barbaros-Moschee in Bretzenheim schon draußen entgegen. Während des Monats Ramadan treffen sich dort viele Gläubige bei Einbruch der Dunkelheit zum so genannten Iftar, dem Fastenbrechen. Zur Tradition der Abendmahlzeit gehört inzwischen auch dazu, dass die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) Gäste von anderen Glaubensgemeinschaften ein-lädt. So nehmen neben Vertretern von befreundeten muslimischen Vereinen auch christliche Gläubige teil, wie die Mitglieder des christlich-islamischen Kulturkreises Mainz (CIAM). Nach dem Abendgebet bedienen sich die rund 100 Gäste an einem reichhaltigen Buffet. Das reicht von einer Suppe über diverse Hauptgerichte und Salate bis hin zu Nachspeisen wie Baklava. "Mittlerweile gehören Iftar-Abende zum gesellschaftlichen Leben in Deutschland", freut sich Aziz Yilmaz, Vorsitzender der IGMG Mainz. Deshalb sei es wichtig, dass die religiösen Gemeinschaften und andere Institutionen den interkulturellen Austausch pflegen, schließt sich Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrats in Deutschland und Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime (KRM) an, "denn Akzeptanz und Toleranz setzten Kommunikation voraus". Diesen Anspruch teilen auch die Mitglieder des CIAM und setzten ihn mit gutem Beispiel in die Tat um. Alle sechs bis acht Wochen treffen sie sich zum Austausch über gesellschaftliche und religiöse Themen. Gewiss werde im Arbeitskreis auch lebhaft und kontrovers diskutiert, meint Klemens Wittig, "doch das ist schließlich eine Grundvoraussetzung dafür, dass Religionen sich annähern können", weiß der Pastoralreferent der katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus in Mombach. Deshalb freut er sich besonders über Begegnungen wie das gemeinsame Fastenbrechen, "denn auf dem Boden der Gastfreundschaft kommen wir einander näher".

