Vom Dachboden ins Verkaufsregal
11.01.2011 - BRETZENHEIM
Von Dennis Rink
MC SHELF Laden zieht von Gonsenheim nach Bretzenheim / Jeder kann hier Krempel und Kostbares unters Volk bringen
Für Sammler und Liebhaber ist es eine wahre Fundgrube. Für die Verkäufer ist es oftmals die letzte Möglichkeit, ihre aussortierten Schätze zu verkaufen, bevor sie auf den Müll wandern würden. Der neue McShelf-Laden am Bretzenheimer Südring ist so etwas wie ein riesiger überdachter Flohmarkt.
Im Juni 2009 eröffnete Inhaber Guido Horak in Gonsenheim seine erste Filiale mit einer einfachen, aber überaus erfolgreichen Idee: Jeder Mensch kann seine Besitztümer, die er gerne verkaufen oder sie einfach nur aus dem Keller weg haben möchte, zu McShelf bringen. Dort mietet er für einen festen Wochenpreis ein oder mehrere Regale und bietet seine „Kostbarkeiten“ an. Die Besucher, die zum herumstöbern in den Laden kommen, können die Waren dann für einen Preis, der vorher vom Verkäufer festgelegt worden ist, erwerben - eben wie bei einem Flohmarkt.
„Viele Leute haben ihren Dachboden voller Sachen und haben bei uns die Möglichkeit, sie doch noch zu verkaufen, statt sie wegzuwerfen“, sagt der 42-Jährige. „Auf der anderen Seite kann man hier schon den ein oder anderen Schatz finden.“ Von Münzsammlungen, Büsten, DVD’s bis zu Zeichnungen oder Autogrammkarten - die Vielfalt der Artikel kennt keine Grenzen. „Wir wollen den Flohmarkt-Charakter erhalten. Unser Sortiment wechselt eigentlich jeden Tag, wenn die Verkäufer uns neue Ware bringen“, erzählt Horak. Um eben jenen Flohmarkt-Charakter wirklich zu bewahren, achtet Horak darauf, dass nie mehr als 25 Prozent des Sortiments Neuwaren sind.
„Denn wir wollen kein Ein-Euro-Laden oder Ramschladen werden. Das ist uns wichtig.“ Und dieses Konzept kommt bei den Kunden an. Im Juni 2009 eröffnete der Geschäftsmann in Gonsenheim seine erste Filiale. Anschließend kamen Läden in Kirchheimbolanden, Ingelheim und Bad Kreuznach dazu. Aus logistischen Gründen zog Horak Ende des vergangenen Jahres von Gonsenheim nach Bretzenheim. „Dort ist die Lage besser und wir haben ausreichend Parkplätze vor dem Haus“, begründet er seine Entscheidung. Alleine in Bretzenheim sind 910 Verkäufer registriert. In den Regalen warten 21 000 Artikel. „Wir sind schon zu fast 80 Prozent ausgelastet. Das ist für die kurze Zeit beachtlich“, sagt Horak, der mittlerweile 15 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Idee für einen solchen Indoor-Flohmarkt lernte er vor ein paar Jahren im Ausland kennen. „Dort war allerdings kein EDV-System vorhanden und alles war etwas unorganisiert.“ Da Guido Horak nach eigener Aussage aber ein sehr ordentlicher Mensch ist, grübelte er zwei Jahre, ehe er ein EDV-System entwickelt hatte, das es den Verkäufern ermöglicht, ihre Geschäfte per Internet von zu Hause aus zu verwalten und zu beobachten. „Unser EDV-System ist das Kernstück und durch seine Transparenz auch ein Grund für unseren Erfolg“, sagt Horak. Und jener Erfolg scheint in naher Zukunft auch ungebremst weiter zu gehen. Noch im Januar eröffnet eine McShelf-Filiale in Nierstein. Horak führt sogar schon Gespräche mit Interessenten aus ganz Deutschland, die sich für ein Franchise-Modell interessieren. Sie alle sehen das Potenzial der vielen Schätze, die auf den Dachböden und in den Kellern der deutschen Haushalte schlummern und schon bald in einem McShelf-Regal landen könnten.

