Auch Gebisse kommen an
10.02.2012 - BRETZENHEIM/MOMBACH
Von Barbara Malik
KLÄRANLAGEN-FÜHRUNG HMS-Schüler vor Ort
Vergnügt hüpfen sie aus dem Bus und rümpfen erst einmal die Nase - die Schüler der Klasse 4d der Heinrich-Mumbächer-Schule in Bretzenheim. Vor einem Jahr hatten sie mit einer Bildergeschichte über die Reise eines Regentropfens beim Landeswettbewerb „Wasser macht Schule“ den zweiten Platz belegt. Nun nehmen sie als Ergänzung zum Sachkundeunterricht mit Klassenlehrer Lars Koch an einer Führung der Stadtwerke Mainz AG zur Kläranlage des Wirtschaftsbetriebs Mainz teil.
In der Nähe von Rechen, Sandfang und Vorklärbecken hängt der Geruch von Abwasser in der Luft. Hier wird das einfließende Wasser mechanisch gereinigt. Sandkastenschaufeln, Schmuckstücke und Gebisse werden dabei aus den Tiefen des bis zu 800 Kilometer langen städtischen Kanalnetzes gepumpt.
„Auch Kleidungsstücke finden über den Weg der Toilette zu uns“, sagt Herbert Hochgürtel, zuständiger Abteilungsleiter im Wirtschaftsbetrieb Mainz. Das sei sehr unangenehm, denn die können die Pumpen beschädigen und zur Überflutung von Kanälen führen.
Die Fließgeschwindigkeit im Klärwerk ist nachmittags am höchsten, da kommt das Wasser, das am frühen Morgen im Stadtgebiet gebraucht wurde, an. 800 Liter - etwa zehn Badewannenfüllungen - strömen dann sekündlich ein. Bei Starkregen erhöht sich die Fließgeschwindigkeit auf 1750 Liter pro Sekunde. Auch Abwasser aus Budenheim, Nackenheim, Gau-Bischofsheim und Bodenheim wird im Mainzer Zentralklärwerk gereinigt. Etwa 24 Stunden verbleibt das Abwasser in der Anlage bis es nach verschiedenen Klärprozessen in den Rhein abgelassen wird.
Am meisten Eindruck haben die insgesamt 25000 Kubikmeter Wasser fassenden „Belebungsbecken“ auf die Schüler gemacht, wo Mikroorganismen den Schmutz auffressen. Interessant fand Nele Fergen, „wie da die Blubberblasen rausgekommen sind“.

