„Altstadt muss radfreundlicher werden“
15.10.2010 - ALTSTADT
(MH). Radfahrer sollten besser gestellt werden als diejenigen, die den motorisierten Individualverkehr nutzen: Das forderte Katrin Eder, grüne Kandidatin für das Amt der Grün-, Umwelt- und Verkehrsdezernentin, in ihrem Referat zum Thema „Weiterentwicklung des Fahrradverkehrs in der Altstadt“ beim gemeinsamen Stammtisch von Altstadt-SPD und -Grünen im Haus des Deutschen Weines.
„Man guckt als Mainzer nicht gerne nach Frankfurt“, sagte Eder. „Aber was das Fahrradfahren angeht, sollte man es tun - weil es dort einen anderen Stellenwert hat.“ In Frankfurt werde eine Kampagne nach der anderen gestartet, um die Leute aufs Rad zu lotsen. In Mainz gibt es in den Augen der rot-grünen Altstadt-Koalition deutlich Luft nach oben in Sachen Fahrradfreundlichkeit.
„An der Fußgängerzone Römerpassage in Richtung Steingasse hat die Polizei jetzt wieder kontrolliert und ohne Vorwarnung abkassiert“, sagte Eder. „Es gibt Situationen, da ist es zu eng in der Fußgängerzone und da steigt man ab, aber es gibt auch Situationen, da macht das keinen Sinn.“ Gerade für Radtouristen gebe es „null Infrastruktur in Mainz“.
Laut Altstadt-Ortsvorsteherin Ulla Brede-Hoffmann (SPD) können viele Radtouristen nicht verstehen, dass der Domplatz außerhalb der Marktzeiten per Rad nicht befahrbar ist. „Wir müssen erreichen, dass die Radler rücksichtsvoll in den Fußgängerzonen fahren“, sagte Renate Ammann. Als neuralgische Stellen für Radler nannte Eder unter anderem Große Bleiche, Flachsmarkt und Gärtnergasse. „Man fährt illegal durch Bushaltestellen und endet oft im Nirwana“, kritisierte Brede-Hoffmann. „Zum Beispiel darf man offiziell nicht über den Bischofsplatz fahren.“
Ein Kapitel für sich in den Augen von Katrin Eder auch die Fahrradabstellplätze. „Zum einen sind es zu wenige und zum anderen sind es keine vernünftigen.“ Brede-Hoffmann plädierte dafür, dass - wer ein Haus baut - „nicht nur Stellplätze für Autos, sondern auch für Fahrräder“ nachweisen muss.

