Stadt der Wissenschaft: Mainz feiert Abschlussveranstaltung - über 1.000 Besucher
18.12.2011 - MAINZ
Von Maike Hessedenz
Abschiedsschmerz? Vielleicht ein bisschen. Aber das, was vor allem an allen Ständen, auf der Bühne und in den Gesichtern der Forscher, Studenten, der Verantwortlichen aus der Politik und der vielen Besucher zu erkennen ist, ist das Feuer der Begeisterung für die Wissenschaft. Und das wird auch 2012, wenn nicht mehr das grün-weiße Logo der Stadt der Wissenschaft über den Ausstellungen, Vorlesungen und Kunstprojekten steht, weiterlodern. Dessen waren sich beim großen Finale der Stadt der Wissenschaft in der Phönix-Halle am Samstag alle sicher.
Zur großen Abschlussparty lassen die Akteure einige der Highlights aus 2011 wieder aufleben: Viele Stationen werfen einen Rückblick auf spannende Aktionen, beeindruckende Momente und informative Projekte, die das Jahr 2011 in Mainz geprägt haben, hinzu kommen bunte Bühnenshows und Talkrunden. Ein Programm, das zweifelsohne als ein wahres Festival des Forschergeists bezeichnet werden kann.
Ohne Baustellenparty hätte es das LyrikLabor nie gegeben
Und das ist unter anderem auch den Wissenschaftlern zu verdanken, die das Jahr der Stadt der Wissenschaft fächerübergreifend mit Ideen gefüllt haben. Hätte es die Baustellenparty beispielsweise nicht gegeben, hätten sich Literaturwissenschaftlerin Kerstin Rüther und Bühnen- und Kostümbildnerin Susanne Meier-Staufen nie kennengelernt. „Und es hätte nie ein LyrikLabor gegeben“, sagt Rüther. Und das wird auch nach 2011 noch weiterleben: Beispielsweise mit einem Café unter dem Titel „Traumspiele“ im Frühjahr, kündigt Kerstin Rüther an. Und vielleicht mit einer Ausstellung in der Bücherei Anna Seghers; das zumindest sagt Bildungsstaatssekretär Michael Ebling der freudestrahlenden Wissenschaftlerin bei einem Besuch am LyrikLabor-Stand zu.
Auch das, was Professor Thomas Meder, Professor für Medientheorie an der Mainzer FH, mit seinem Team für die Anna Seghers-Nacht auf die Beine gestellt hat, wird nicht in Vergessenheit geraten: „Unser Film über Anna Seghers wird an Schulen im Land verteilt“, erklärt er.
Annika Goepfrich und Caroline Villis vom Studiengang Gutenberg Intermedia bringen die druckfrische Skop-Dokumentation unters Volk und schwärmen von dem Kommunikationslabor, das imSommer inMarkthäusern sein Quartier bezogen hatte:„Unsere Gruppe ist dadurch zusammengewachsen. Und wir haben Kontakt zu wissenschaftlichen Einrichtungen knüpfen können.“
Sich in den Bann der Forschung ziehen lassen
Während der Stand der Ausstellung Moving Types noch zahlreiche Neugierige zu einem Besuch im Gutenberg-Museum animieren dürfte, lebt die Spektrale zum Jahresende nur noch in Plakaten und Erinnerungen. All das, was das Jahr der Stadt der Wissenschaft in Mainz ausgemacht hat, in einer einzigen Veranstaltung zusammenzufassen, ist schier unmöglich. Die Vielfalt wird dennoch in der ganzen Phönix-Halle deutlich: Über 1.000 Besucher lassen sich in den Bann der Forschung ziehen, staunen bei der Chemie-Show, lauschen den festlichen und groovigen Musikdarbietungen des chorpädagogischen Projekts von Collegium Musicum, EuropaChorAkademie, IGS Anna Seghers und IGS Bretzenheim, sowie dem Bourbon Street Orchestra, amüsieren sich bei den Inszenierungen von „mainz1184“ und den medizinisch angehauchten Improvisationen des Placebotheaters.

