Von Cornelia Brück
Kinderuni-Vorlesung des Fachbereichs Informatik stellt ungelenke Fußball-Roboter und kluge Mars-Fahrzeuge vor
Der Strauß´sche Donauwalzer klang den rund 1000 Kindern entgegen, die zur Informatik-Vorlesung der Kinderuni in den Hörsaal strömten. Auf einer Film-Leinwand bewegten sich zu dieser beschwingten Melodie einige Roboter - jedoch alles andere als anmutig. Roboter, so sollten die Kinder in der Vorlesung erfahren, tun sich mit menschlichen Bewegungen ausgesprochen schwer. Computer und entsprechend die computergesteuerten Roboter tun letztlich nur das, was der Mensch ihnen vorgibt, erläuterten die Wissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Perl, Dr. Peter Dauscher und Dipl.-Mathematiker Thomas Hillebrand. Klare Regeln sind dafür notwendig, die in den Computer-Programmen, der Software, genau festlegt werden. Manchmal aber sind die Regeln, zum Beispiel bei den menschlichen Bewegungsabläufen, sehr komplex und deswegen sieht es heute immer noch sehr hilflos aus, wenn Roboter Fußball spielen. "Das könnt ihr im Moment alle noch viel besser", versicherte Dauscher. Doch Wissenschaftler sind ehrgeizig, und so sollen bis zum Jahr 2050 Roboter auf zwei Beinen beim Kicken mit den Menschen mithalten können. Bis dahin wird dann auch der Fußball-Roboter des Fachbereichs Informatik, den die Wissenschaftler den Kindern präsentierten, erheblich anders aussehen. Wer einem Computer klare Regeln nennen will, der muss selbst erst einmal gründlich nachdenken. Prof. Perl veranschaulichte dies an einem Beispiel. "Wenn ein Junge mit dem Bus vom Bahnhof zur Kinderuni will, dann muss er ganz viele Dinge beachten: Wo ist die Haltestelle; in welche Linie steige ich ein; an welcher Station steige ich aus? Soll der Computer die Fahrt simulieren, so muss man ihm all diese Schritte erst einmal beibringen." Anhand des Beispiels einer Maus, die in einem Labyrinth ein Stück Käse sucht, stellte Thomas Hillebrand mit den Kindern Regeln für ein Computerprogramm auf. "Ein Roboter, der auf dem Mars Gesteinsproben sammelt, muss selbständig bestimmte Entscheidungen fällen können. Warum?" Viele Hände gingen bei Dr. Dauschers Frage in die Höhe. Fernsteuerung ist ausgeschlossen, denn das Signal braucht für die Strecke von Planet zu Planet mehr als drei Minuten, ergab sich die Antwort aus dem Dialog zwischen Dozent und Nachwuchs-Studenten. Auch wenn Letztere in den nächsten Jahren noch vieles lernen werden über den Computer - ein fester Bestandteils ihre Lebens ist er unübersehbar schon jetzt.

