Frisör streitet sich mit Telefon-Anbieter
MH. Jürgen Görner liegt im Clinch mit der Versatel AG. "Acht Tage lang war der Telefonanschluss in meinem Laden tot", klagt der 60-Jährige, der in der Germanikusstraße einen Frisörsalon betreibt. Schuld daran sei der Telekommunikationsanbieter. Fakt ist: Von 26. Juni bis 4. Juli war der Festnetzanschluss defekt. "Ich habe mich sofort an Versatel gewandt", berichtet Görner, der dort "seit mindestens fünf Jahren" Kunde ist. "Ich habe in der Warteschlange gehangen, bin immer wieder vertröstet worden - dann wurden die Anrufe auf mein Handy umgeleitet." Am 4. Juli schließlich sei ein Techniker gekommen, der sich die Sache vor Ort angesehen habe. "Er hat gesagt, das NTBA-Netzabschlussgerät sei kaputt, das hat er ausgetauscht - und alles war wieder in Ordnung", schildert Görner. "Zuvor hatte es von Versatel die ganze Zeit geheißen, die Probleme hätten mit dem Telekom-Streik zu tun." Görner schätzt, dass er während des Telefon-Defekts "weniger als die Hälfte des normalen Umsatzes" hatte, "weil wir ja nur auf Voranmeldung arbeiten". Konkret beziffert er die Einbußen auf bis zu 3000 Euro. "Versatel sagt, die Störung sei behoben und wir könnten keine Ansprüche geltend machen. Aber das wollen wir erst mal sehen - denn es ist doch Dummheit von Versatel, nicht direkt einen Techniker vorbeizuschicken." Der Frisörmeister hat einen Anwalt eingeschaltet und überlegt, wieder zur Telekom zu wechseln. "Das Problem ist, dass auf der so genannten letzten Meile immer Telekomleitungen sind", erklärt Versatel-Pressesprecher Hanno Benz auf AZ-Anfrage. "Wenn dort eine Störung auftritt, muss der Dienstleister das mit der Telekom klären - das kann einen Moment dauern." Nachdem die Störung bekannt geworden sei, sei sofort ein Fax an die Telekom gegangen. "Unsere Technik arbeitet so schnell sie kann und auf höchstem Niveau", versichert Benz und verweist darauf, dass Görner ja eine Rufumleitung bekommen habe. "Wir haben unser Möglichstes getan."


