Kendo ist nicht nur ein Sport, sondern auch ein Stück japanische Kultur
Kendo ist die klassische japanische Kampfkunst-Disziplin und heißt wörtlich "Schwert-Weg". Die Wurzeln liegen im Schwertkampf der japanischen Samurai. Heutzutage vereint Kendo sportive wie mentale Aspekte und kann, gleich welchen Geschlechts, in jedem Alter erlernt und praktiziert werden, wobei ein "Schwert" aus Bambus die stählerne Klinge ersetzt. Eine leichte Rüstung aus Baumwolle, Leder und Metall schützt vor Verletzungen. Modernes Kendo zählt allein in Japan etwa zwei Millionen Aktive und kam Mitte der 60er Jahre nach Deutschland. Es werden Turniere auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene bis hin zur Weltmeisterschaft ausgetragen. Bei der heutigen Form des Wettkampfes sind auch die äußere und innere Haltung des Kämpfers vor und nach dem Schlag entscheidend. Ein entschlossener Angriff und nicht zuletzt der Kampfschrei "Kiai" (Ki = Energie, Ai = Schrei) sollen den Willen des Kämpfers eindringlich dokumentieren wenn er seinen entscheidenden Schlag führt. Anfänger üben etwa sechs Monate in kleinen Gruppen. Barfuß werden die Grundtechniken mit dem Bambusschwert eingeübt. Die Schüler müssen sechs Prüfungen bestehen, bevor sie die Prüfung zum 1. Dan (1. Meistergrad) ablegen. In der Regel entscheidet sich der Anfänger nach etwa einem Jahr für eine Rüstung, die aus Helm, Hand-, Brust- und Hüftschutz besteht. So ausgestattet, übt man nun mit den Fortgeschrittenen und lernt Kendo auch als lebensbegleitende Übung zu verstehen. Ins Leben gerufen wurde das Kendo-Dojo im PSV 1984 vom damaligen Spartenleiter Mario von Roesgen. Von anfänglich vier Mitgliedern ist die Sparte inzwischen auf knapp 130 Mitglieder angewachsen, darunter etwa 50 Kinder und Jugendliche. Besondere Bedeutung hat die Pflege freundschaftlicher Beziehungen nach Japan. Die Mitglieder sind im kontinuierlichen Austausch mit japanischen Kendoka und Trainern und erhalten tiefe Einblicke in die Tradition des Kendo in der japanischen Kultur. Der PSV Mainz blickt auf eine lange Liste sportlicher Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene zurück und stellt mit Hans-Peter Herr und Marcus Spengler schon seit Jahren zwei Kämpfer der deutschen Nationalmannschaft.

