Sonntag, 12. Februar 2012 21:41 Uhr
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Allgemeine Zeitung

Mainz 

Las Vegas lässt im Hilton-Domflügel grüßen

15.09.2007

Von Bernd Funke

Spielbank will im kommenden Jahr umziehen/MAG: Gespräche über neues Raumprogramm laufen positiv

Der Auszug der Mainzer Spielbank aus dem Komplex Hilton/ Rheingoldhalle ist seit Jahren im Gespräch. Vom Umzug in den Neubau am Bahnhof Römisches Theater nahm man vor zwei Jahren Abschied. Jetzt konkretisiert sich der Einzug in den Hilton-"Domflügel".

Den 1983 eröffneten "Domflügel" des Hilton hat Wolfgang Weidemann, geschäftsführender Gesellschafter der Spielbank Mainz, Trier, Bad Ems schon seit zwei Jahren ins Auge gefasst. Hier, gleich gegenüber der Spielbankverwaltung im Hause Karmeliterstraße 14, möchte er mit Spieltischen und Automaten einziehen. Der Traum Weidemanns hat sich vor gut einem Jahr bereits auf einem Bauplan und in einer Hochglanzpräsentation eines Bochumer Planers niedergeschlagen - jetzt kann Weidemann auf Verwirklichung seines Traums hoffen. Lukas Augustin, Geschäftsführer der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG), die nicht nur Besitzerin des Hilton-Komplexes, sondern auch Gesellschafterin der Spielbank ist, bestätigt: "Die Gespräch mit Hilton über Umbau und Nutzung der beiden Gebäude laufen sehr konstruktiv." In der kommenden Woche werde es zu einem Treffen kommen, an dem auch Planer und Architekten aus England teilnehmen. "Noch im Spätherbst", so Augustin, rechne er mit einem neuen Vertrag mit dem Hilton-Konzern. Und: "Parallel dazu laufen die Gespräche für ein neues Raumprogramm sehr positiv." Im kommenden Jahr könne durchaus der Umzug der Spielbank anstehen. Und Weidemann unterstreicht: "Es gibt eindeutige Beschlusslagen sowohl bei der MAG als auch bei der Gesellschafterversammlung." Und auch baurechtlich gäbe es keine Bedenken. Nachgerade euphorisch beschreibt Wolfgang Weidemann das Gestaltungskonzept für die neue Spielbank als "edel-sportlich", wirbt mit 147 Stellplätzen im Parkhaus Löhrstraße, das nach seinen Vorstellungen den Namen in "Spielbank-Parkhaus" ändern müsse und verweist auf höchste Sicherheitsstandards für die 2000 Quadratmeter, die ihm (so hofft er) im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Mit zwei Fahrstühlen wird die Spielerwelt erschlossen, an der Löhrstraße soll es einen Extraeingang zum Automatenspiel geben, während der Haupteingang für die Gebäudespitze geplant ist, die an der Quintinstraße in Richtung Eisenturm weist. "Eine Erlebniswelt wie in Las Vegas - viel präsenter als bisher", das verspricht sich Wolfgang Weidemann vom Umzug. Schon beim Betreten des Spielerparadieses, das über eine bis 3 Uhr geöffnete "hochwertige" Nachtbar verfügen wird, sollen sich Spieler und "Sehleute" von edlen Hölzern und modisch-nobler Einrichtung gefangen nehmen lassen. "Wir wären gerne schon umgezogen", gesteht Weidemann angesichts der Pläne in Erwartung einer Umbauzeit von etwa neun Monaten. "Bonbon" an den Vermieter MAG: Die Spielbank zahlt auf der Domseite für 2000 Quadratmeter Nutzfläche die gleiche Miete wie für die bisher 3000 Quadratmeter im Hilton Rheinflügel. Das Automatenspiel, das 80 Prozent des Umsatzes ausmacht, will Weidemann mit 230 bis 250 hochmodernen Geräten bestücken, will eine glitzernde, blinkende Showwelt kreieren. "Das bisherige Foyer bietet sich dafür geradezu an", weist der Spielbankchef in die Höhe. Wer durch den neuen Haupteingang an der Ecke Rheinstraße/ Quintinstraße kommt, dessen Fassade ebenfalls weit sichtbar auf den Spielbankstandort hinweist, passiert (ebenso wie ab 1. Januar 2008 im Automatenspiel vorgeschrieben) eine Sicherheitsschleuse, passiert die sechs Roulette-Tische, die im überdeckelten Bereich stehen werden, den Hilton einst für ein Schwimmbad vorgesehen hatte, die sechs Poker-Tische ("Beim Poker sind wir führend im Rhein-Main-Gebiet") und die vier Black-Jack-Tische. Mitten im Geschehen ist der Kassenbereich, der "Hochsicherheitstrakt", untergebracht. Zwar spielt die Spielbank Mainz im Dreierkonzert mit Trier und Bad Ems die erste Geige, doch will Weidemann, der sich in direkter Konkurrenz zu den Spielbanken Wiesbaden und Bad Homburg sieht, Marktanteile dazu gewinnen. Und er weiß auch schon, wie: "Unter anderem mit einem exzellenten Serviceverhalten der Mitarbeiter." Von denen, derzeit rund 130 an der Zahl, wolle er keinen missen.


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