Von Rebecca Wilhelm
Publizisten fragen an der Uni nach Noten für die Stadt und nach Lebenshaltungskosten
Dem Mainzer Durchschnitts-Studi stehen nach Abzug aller Fixkosten 238 Euro für Essen, Trinken, Freizeit, Bücher und Lernmaterial zur Verfügung, er oder sie ist im Schnitt 23 Jahre jung, und von 100 Studierenden sind 57 weiblich. Das sind Ergebnisse des "Jogu-Barometers 07". Dafür befragten Publizistik-Studenten unter der Leitung von Dr. Carsten Reinemann insgesamt 469 ihrer Kommilitonen an der Johannes-Gutenberg-Universität. In der schriftlichen Umfrage erkundeten sie Anfang des Jahres persönliche Ansichten und Einschätzungen der rund 35000 Studierenden an der Uni. Ziel der repräsentativen Studie war auch, das Bild der Studenten vom Studienort und den Mainzern zu erfragen. Mit einem Schulnotenschnitt von 2,1 schneidet die Stadt gut ab, er belegt, dass sich Studenten hier offenbar wohlfühlen. Was aber beeinflusst die eigene Meinung von der Stadt? Hier wählten die Befragten auf den ersten drei Plätzen die Universität, den Rhein und die Fastnacht unter elf Möglichkeiten. Den typischen Mainzer beschreiben sie als recht humorvoll, tolerant und kontaktfreudig, weniger spießig und rundum sympathisch. Was die eigene Zukunft anbelangt, schätzen mehr als die Hälfte der Befragten die Chancen auf einen Arbeitsplatz in Mainz und Umgebung als eher positiv ein. Stefanie Eckert, 25-jährige Studentin der Literaturwissenschaft, kann das Ergebnis grundsätzlich bestätigen, schränkt aber ein, dass dies natürlich von Studiengang zu Studiengang variiere. Die Lebenshaltungskosten in der Stadt aber werden von den meisten Befragten als hoch eingeschätzt. Auf einer Skala von 0bis10 ordneten mehr als die Hälfte, nämlich 55 Prozent die Kosten mit 7 und höher ein. Im vergangenen Jahr habe sich die Situation durch Erhöhung der Gaspreise merkbar verschlechtert, eine kleine Wohnung sei allein kaum zu bezahlen, sagte Stefanie Eckert. Studiengebühren werden von nahezu allen abgelehnt, 98 Prozent meinen, dass jeder - unabhängig vom Einkommen - das Recht auf ein Studium haben solle. Studiengebühren seien ungerecht, finden 83 Prozent, weil sozial Schwache benachteiligt würden. Auch der 23-jährige Jurastudent Cihan Demirel fühlt sich rundum wohl in Mainz. Die Stadt sei nicht zu groß, nicht zu klein und biete zahlreiche interessante Ausgehmöglichkeiten. Am liebsten möchte er gar nicht mehr weg - doch dafür fehlt im bislang die passende Stelle für sein Referendariat.


