Von Bernd Funke
Heinz Freiherr Schilling von Cannstatt ist tot
Er war Mainzer im Herzen, feingeistig und engagiert. Nicht nur in der Stadt, in der er am 27. Juni 1918 als Urenkel des Gründers der Sektkellerei Kupferberg zur Welt kam. Am 30. September verstarb Heinz Hermann Freiherr Schilling von Cannstatt-Kupferberg im Alter von 89 Jahren. Er hinterlässt seine Ehefrau, fünf Kinder und sechs Enkel. Seit seinem Eintritt in die Sektkellerei Kupferberg war er nahezu vier Jahrzehnte aktiv in der Geschäftsleitung tätig. Als Kellereidirektor und später als persönlich haftender Gesellschafter setzte er wichtige Akzente für die unternehmerische Entwicklung des Hauses. Auch nach 1983, als Schilling von Cannstatt in den Ruhestand ging, war er als Mitglied des Aufsichtsrates und später als stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums weiter an wichtigen Entscheidungen beteiligt. "Unserem Hause war er seit 1978 über viele Jahre in großer Freundschaft und Loyalität verbunden", heißt es in einer Würdigung des Verstorbenen durch die Unternehmensgruppe Racke, zu der Kupferberg heute zählt. Mit dem Verstorbenen verbinden sich zahlreiche gesellschaftliche Aktivitäten in Mainz. Er war Mitglied der Casino-Gesellschaft "Hof zum Gutenberg", gehörte als überzeugter Freund Frankreichs der Deutsch-Französischen Gesellschaft Mainz an, aber engagierte sich auch für die Fastnacht. So gehörte er sechs Jahrzehnte der Ranzengarde an, der er auch als Generalfeldmarschall zur Verfügung stand. Der Mainzer Carneval Verein genoss die Freundschaft des Freiherrn in seinem "Großen Rat". Seinen feinen Sinn für Humor wusste man bei der "Schlaraffia" zu schätzen, sein Engagement auch im Schilling´schen Familienverband und in "La Ronde des Gourmets". Mit dem Eintritt in den Ruhestand entdeckte er die Malerei als Hobby für sich, nahm Unterricht in der Gruppe von Prof. Hermann Schmidt-Schmied. An den "Botschafter des Sektes und der Sektkultur", die Persönlichkeit mit großem Wissen und Charme, der Menschen begeistern konnte, wird man mit Respekt denken.


