pau. Mit heftigen Worten weist die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) die Kritik von SPD-Fraktionschef Oliver Sucher am Protest von 160 Ärzten gegen das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue zurück. Suchers Formulierungen seien "eine dreiste Frechheit und unglaubliche Anmaßung", formuliert KoMa-Vorsitzender Christof Schulz: "Verantwortungsvolle Politiker würden die Warnung von 160 Medizinern ernst nehmen, anstatt ihnen zu drohen." Sucher hatte den Ärzten vorgehalten, sie würden sich im Stil "von Sektenpredigern" voll "aus dem Arsenal des Schreckens bedienen". Die Bedenken der Ärzte insbesondere wegen der gesundheitlichen Belastungen durch Schadstoffe und Feinstaub seien nur Panikmache. Schulz erinnerte an den KMW-Genehmigungsantrag, der folgende Schadstoffmengen nenne: 2030 Tonnen Stickoxide, 2000 Tonnen Schwefeldioxid und 390 000 Kilogramm Feinstaub würden demnach pro Jahr aus dem 150 Meter hohen Schornstein des Kraftwerks geblasen. Mit dem Feinstaub würden zusätzlich 10 725 Kilogramm giftige Schwermetalle sowie 230 Kilo Quecksilber in die Umwelt verteilt. Aus Sicht von KoMa sei interessant, dass nicht alle Sozialdemokraten der KMW folgten. So lehne die Wiesbadener SPD das geplante Kohlekraftwerk ja klar ab - auch wegen möglicher gesundheitlicher Folgen einer weiteren Verschlechterung der Luftqualität in der Rhein-Main-Region. Das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz hat am Freitag als zuständige Fachbehörde einen Luftreinhalte- und Aktionsplan zur Einhaltung der Stickstoffdioxid- und Feinstaubkonzentrationen aufgestellt. Der Entwurf ist eine Fortschreibung des vorliegenden Plans für 2005 bis 2010. Dabei wird- gemäß verschärfter EU-Bestimmungen - auch dezidiert auf eine schon jetzt erhöhte Stickoxid-Belastung in der Mainzer Innenstadt eingegangen.


