Von Michael Jacobs
Kongress der Maria Ward-Schulen in Rom
Was sie als prägendes Erlebnis aus der Heiligen Stadt mitgenommen habe? "Die Gewissheit, eine große Maria Ward-Familie zu sein", sagt Dr. Andrea Litzenburger - "und ein gestärktes Gefühl für ein dichtes Netzwerk, das einen trägt". Wenige Monate vor dem 400-jährigen Jubiläum der Ordensgründung der Congregatio Jesu im kommenden Jahr war die neue Leiterin der Mainzer Traditionsschule auf einem internationalen Kongress der Maria Ward-Schulen in Rom, um im gegenseitigen Austausch über das gemeinsame Schulprofil im Geiste der Gründerin zu reflektieren. An der Tagung nahmen 180 Vertreter aus 17 Ländern und vier Kontinenten teil. Weltweit gibt es zirka 90 Maria Ward-Schulen - allein in Deutschland existieren 40 der christlich orientierten Bildungs- und Erziehungseinrichtungen für Mädchen. Ein wichtiges Thema des Kongresses sei die zunehmende Verantwortung von Laien für die Fortführung der Schultradition gewesen, sagt Litzenburger. Weil es immer weniger Schwestern für Leitung und Lehre gebe, sehe die Generaloberin der Maria Ward-Schulen das Wirken von weltlichen Mitarbeitern "in neuem Licht" und schätze deren Engagement im Bereich Bildung und Erziehung als unverzichtbaren Beitrag. Im Mainzer Maria Ward-Haus ist derzeit nur noch eine Ordensschwester im Schulbetrieb aktiv; die insgesamt 1 400 Schülerinnen werden von knapp 100 "weltlichen" Lehrkräften auf der Basis christlicher Grundsätze unterrichtet. In Rom sei Maria Wards Credo eines hohen Bildungsniveaus und gleicher Bildungschancen - auch für Mädchen weniger begüterter Familien - bekräftigt worden, erzählt Litzenburger. Besonders befruchtend sei der Austausch mit den Kollegen von anderen Kontinenten gewesen. So hätten etwa indische Maria Ward-Schulen als Teil einer christlichen Minderheit in dem Hindu-Land immer noch Probleme mit der Religionsfreiheit. Alle Kongressteilnehmer seien sich einig gewesen, dass eine große Tradition auch große Verantwortung bedeute - immer im Bewusstsein, einer weltweiten Gemeinschaft mit gleicher Grundhaltung anzugehören. Neben Referaten , spiritueller Vertiefung und der Vergewisserung des christlichen Werte-kanons gab es in Rom natürlich auch noch eine Papst-Audienz und interessante Einblicke in die unterschiedlichen Mentalitäten der Teilnehmer-Nationen. Fazit der frisch gebackenen Direktorin: "Maria Ward-Schulen sind lebendige pädagogische Einrichtungen, die den Finger am Puls der Zeit haben". In unserer Mainzer Schule, sagt Andrea Litzenburger, ist die Nachfrage so groß, dass "wir jedes Jahr zwei zusätzliche Klassen aufnehmen könnten".


