Sonntag, 12. Februar 2012 21:33 Uhr
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Allgemeine Zeitung

 

Wildkatzen ziehen ein

30.04.2008

Von Gabriele Höfling

Pünktchen und Anton sind neue Attraktion im Tierpark

Der Wildpark Gonsenheim ist um eine doppelte Attraktion reicher: Wildkatze Pünktchen und Wildkater Anton verlebten gestern ihren ersten Tag auf dem Gelände. Den Trubel um ihre Ankunft nahmen die beiden sehr gelassen hin. Kater Anton beschloss, sich vorsichtshalber erst einmal gar nicht blicken zu lassen, Pünktchen, die ihren Namen zwei weißen Punkten auf dem Hinterlauf verdankt, saß scheinbar ungerührt auf ihrer Aussichtsplattform. Nur die Bewegung ihrer Ohren ab und an verriet Aufmerksamkeit. "Das ist eine tolle Bereicherung für den Wildpark, besonders natürlich auch für die Kinder", sagte Gründezernent Wolfgang Reichel (CDU), der seinen Mitarbeitern ein Kompliment für die gelungene Umgestaltung des etwa 120 Quadratmeter großen Geheges zollte: Neue Kletterstämme, Sträucher, eine Höhle und kleine Unterschlupfe zum Verstecken kennzeichnen die neue Heimat der Wildkatzen. "Es gibt verschiedene Auswilderungsprogramme, an denen sich die Stadt Mainz für den Fall, dass es Wildkatzennachwuchs gibt, auch beteiligen möchte", erklärte Reichel. Pünktchen und Anton stammen aus dem Gehege eines renommierten Tierfilmers aus der Nähe von Salzwedel in Norddeutschland. Jetzt müssen sich die Tiere, die in freier Wildbahn etwa fünf bis sieben Jahre, in Gefangenschaft aber wesentlich älter werden, erst mal an ihr neues Zuhause gewöhnen. Für genügend Nahrung ist jedenfalls gesorgt: "Ein-Tages-Küken, Rinderherzen, Mäuse und ähnliches stehen auf dem Speiseplan", verrät Norbert Rudloff vom Grünamt. Die Europäischen Wild- oder Waldkatzen gelten als bedroht, der Bestand in deutschen Mittelgebirgen wird auf etwa 2000 Tiere geschätzt. Vorher waren in dem Gehege Luchse untergebracht, die im vergangenen Jahr jedoch in betagtem Alter aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden mussten. Zusammen mit dem Förderverein des Wildparks plant die Stadt jedoch, ein neues, größeres Gehege für Luchse zu schaffen. Die Kosten dafür bewegen sich im sechsstelligen Bereich. Wer den Wildpark Gonsenheim unterstützen will, kann sich an Manuela Müller-Horn, die Vorsitzende des Fördervereins Wildpark, wenden: Telefon (06131) 477638.


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